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Newsletter 1.06
Zusammengestellt von Dr. med. Friedrich R. Douwes, Ärztlicher Direktor Medi-Therm Kliniken GmbH & Co. KG


Verfassungsrichter stärken alternative Heilmethoden

Erleichterte Therapie bei Knochenmark-Leiden

Obst allein schützt nicht vor Krebs

Bioverhalten im Visier

Alte Tipps im neuen Glanz

Nierenkrebsmittel wurde zugelassen

Kombi-Therapien bei Kolonkrebs sind gleichwertig

Intraperitoneale Chemo in Kombination mit systemischer Ganzkörperthyperthermie hilft bei Ovarialkarzinom

Cetuximab bei Krebs an Kopf und Hals zugelassen

Vorteile für Kombitherapie bei Zervix-Krebs besonders, mit Hyperthermie

 
Verfassungsrichter stärken alternative Heilmethoden

Gesetzliche Kassen müssen Behandlung eines Patienten mit alternativen Methoden bezahlen - selbst wenn es nur Hinweise auf Linderung gibt. Bei der Behandlung schwerkranker Patienten können Ärzte unter bestimmten Voraussetzungen auch zu nicht anerkannten alternativen Methoden greifen - und die Kassen müssen dafür trotzdem zahlen.
Nach einem jüngeren Beschluss des Bundesverfassungsgerichts muss die gesetzliche Kasse die Behandlung bezahlen, wenn sie begründete Hoffnung auf Linderung bietet, die Schulmedizin aber keine Therapiemöglichkeit eröffnet.
Damit gaben die Karlsruher Richter einer Verfassungsbeschwerde eines heute 18jährigen statt. Er leidet an der Duchenne`schen Muskeldystrophie, einem seltenen und nur bei Männern auftretenden Abbau des Muskelgewebes. Die Patienten sterben meist vor ihrem 20. Geburtstag.
In der Schulmedizin gibt es keine Therapie, die den Krankheitsverlauf langfristig bremsen oder den Patienten gar heilen könnte. Daher wurde der Junge schon als Achtjähriger mit einer Kombination alternativer Heilmethoden behandelt, darunter homöopathische Arzneimittel, Thymuspeptide, Zytoplasma sowie die Bioresonanztherapie mit hochfrequenten Schwingungen. Für die Behandlung bezahlten die Eltern in zwei Jahren umgerechnet 5100 Euro. Die Kasse lehnte eine Erstattung ab, weil der Erfolg der Methode wissenschaftlich nicht belegt sei. Das Bundessozialgericht (BSG) schloss im Jahr 1997 die Kostenübernahme für alternative Heilmethoden durch die gesetzlichen Kassen zwar nicht aus, lehnte dies im konkreten Fall aber ab, weil die Methode nicht ausreichend verbreitet sei. Ein Erfolg im Einzelfall reiche nicht aus. Nun musste sich das BSG erneut mit dem Fall befassen. Dessen Urteil sei "mit der grundgesetzlich garantierten allgemeinen Handlungsfreiheit, dem Sozialstaatsprinzip und dem Grundrecht auf Leben nicht vereinbar", urteilen die Verfassungsrichter. Zur Begründung betonten sie, dass die Gesetzliche Krankenversicherung eine Pflichtversicherung ist.
In der Nicht-Erstattung und der Ablehnung der Behandlung sahen die Richter einen Verstoß gegen das Grundrecht auf Leben.
Denn der Staat sichert seinen Bürgern die notwendige Krankheitsbehandlung gesetzlich zu. Gerade bei einer schweren und lebensbedrohlichen Krankheit dürften die Versicherten daher nicht im Stich gelassen werden. Wenn die Schulmedizin für den Betroffenen keine Therapieoption zu bieten, müsse die Kasse ihnen auch alternative Methoden bezahlen, wenn es ernsthafte Hinweise auf eine nicht ganz entfernt liegende Aussicht auf Heilung oder auch nur eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf im konkreten Einzelfall gibt.

Beschluß des Bundesverfassungsgerichts, Az.: 1 BvR 347/98

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Erleichterte Therapie bei Knochenmark-Leiden

Neuer Eisenchelat-Bildner hilft bei häufigen Transfusionen HAMBURG (awa).
Myelodysplastische Syndrome (MDS) sind heterogene Erkrankungen der Stammzellen im Knochenmark. Die Syndrome treten vor allem bei älteren Patienten auf. Die Kranken erhalten meist Erythrozytensubstitutionen. In den USA wurde vor kurzem der Eisenchelat-Bildner Deferasirox zugelassen, mit dem die Therapie bei transfusionsbedingter chronischer Eisenüberladung einfacher wird.
Den klinischen Verlauf bei MDS beschrieb Privatdozent Detlef Haase von der Universität Göttingen auf einer Veranstaltung des Unternehmens Novartis in Hamburg als extrem heterogen: Ein Drittel der Erkrankungen geht in eine akute Leukämie über, ein Drittel der Patienten stirbt an MDS-bedingten Komplikationen, wie Infektionen und Blutungen, und ein Drittel an altersbedingten Erkrankungen. Die Lebenserwartung liegt je nach Beteiligung biologischer Faktoren wie Zytogenetik, Alter und Blastenanteil zwischen weniger als sechs Monaten und mehr als 30 Jahren.
Das Leitsymptom bei MDS ist bei 90 Prozent der Patienten eine therapierefraktäre Anämie, die nicht auf eine Behandlung mit Eisen, Vitamin B12 oder Folsäure anspricht und bei der standardmäßig eine Bluttransfusion und bei einem Fünftel der Patienten zusätzlich auch eine Erythropoetin-Therapie erfolgt, wie Haase sagte.
Patienten, die regelmäßig Transfusionen brauchen, hätten allerdings einen Eisenüberschuss von einem Gramm pro Monat. Erste Zeichen einer Eisenüberladung gebe es schon nach 10 bis 12 Transfusionen. Der Körper kann ungebundenes Eisen nicht ausscheiden. Es zirkuliert im Plasma und führt zu schweren Schäden an Leber und Herz. Eine Eisenentzugstherapie - das freie Eisen wird gebunden und mit dem Urin oder Stuhl ausgeschieden - sei häufig essentiell und vermutlich auch lebensverlängernd, betonte Haase.
Die derzeitige Standardbehandlung mit Eisenchelat-Bildnern bereite den Patienten aber oft Probleme: Deferoxamin muss fünf bis sieben Mal pro Woche bis zu zwölf Stunden lang subkutan über die Bauchdecke infundiert, Deferipron zwei bis drei Mal pro Tag als Tabletten eingenommen werden. In Zukunft könne die Behandlung jedoch einfacher sein, so Haase. Die Substanz Deferasirox (Exjade®) müsse nur einmal am Tag eingenommen werden: Die Tablette wird dazu in einem Glas Wasser oder Orangensaft aufgelöst.

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Obst allein schützt nicht vor Krebs

Gute Ernährung bessert die Prognose Krebskranker, senkt aber das Krebsrisiko kaum: Nur viel Obst und Gemüse zu essen, schützt nicht direkt vor Krebs, ergeben immer mehr prospektive Studien. Ein gesunder Lebensstil, zu dem Obst- und Gemüsekonsum, aber auch viel Bewegung gehören, bringt aber dennoch viel bei der Krebsvorbeugung.
30 Prozent der Tumoren werden durch eine falsche Ernährung ausgelöst In großen Studien mit hunderttausenden Personen war aber die Rate vieler Tumorarten bei Personen, die viel Obst und Gemüse aßen, nicht geringer als bei Personen, die wenig Grünes konsumierten. Auch der Schutz vor Darmkrebs durch eine ballaststoffreiche Ernährung muss in Frage gestellt werden, da in den analysierten Studien von über 700 000 Personen zwischen sechs und 20 Jahren die Rate an Darmkrebs bei denen, die sich ballaststoffreich ernährten ähnlich hoch war wie bei Personen mit ballaststoffarmer Nahrung (JAMA 294, 2005, 2849). Der Einfluss der Ernährung zur Krebsprävention sollte daher nicht überbewertet werden. Entscheidend ist ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung und ein normales Körpergewicht. Ein hoher Obst und Gemüsekonsum trägt zu einem normalen Körpergewicht bei. Der Rat, viel Obst und Gemüse zu essen, ist also nicht obsolet. Mit einer richtigen Ernährung ist bei Krebskranken mehr zu erreichen. In Deutschland sind viele Krebskranke mangelernährt, was die Prognose der Patienten verschlechtert.

Vermeidbarer Tod durch bösartige Tumoren

Wir wissen inzwischen, dass sich bis zu 80 Prozent aller Krebs-Todesfälle ließen sich vermeiden. Zu diesem Ergebnis gelangt nämlich eine der umfangreichsten Präventionsarbeiten, die an insgesamt 48 Zentren der USA unter Federführung des University of Texas Anderson Cancer Center läuft und in einer Vielzahl von Publikationen dokumentiert wurde. Hier zeigt sich deutlich, dass es viele Aspekte zu beachten gilt und dass man nicht viel weiter kommt, wenn man nur Obst oder Ballaststoff reich isst. Die Auswertung der aktuellen Forschung bestätigt, dass der Einzelne viel dafür tun kann, nicht an Krebs zu erkranken.

Als Krebsursache Nummer eins gilt nach wie vor das Rauchen, über 100.000 Menschen in unserem Land bezahlen ihre Nikotinsucht Jahr für Jahr mit dem Leben, Zigarettenkonsum macht rund zwei Drittel aller Krebsfälle aus. Was kaum ein Laie weiß: Rauchen löst nahezu alle Arten von Tumoren aus - und lediglich bei 20 Prozent der Raucher Lungenkrebs. Neben Krebs der Mundhöhle, des Rachens und des Kehlkopfes, der Lunge, Speiseröhre, Bauspeicheldrüse, Harnblase und Niere sind noch weitere Krebsarten als tabakrauchbedingt identifiziert worden: Magen-, Leber- und Gebärmutterhalskrebs sowie Nierenzellkarzinome.

DocCheck/Flexicon
Harnblase
Magen
Leber

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Bioverhalten im Visier

Das Bioverhalten eines Menschen entscheidet darüber, ob und wann er einen Krebs entwickelt, denn jeder Organismus reagiert auf Karzinogene anders, aber die Mechanismen als solche sind die gleichen. Als Tests mit denen wir heute schon arbeiten können gelten folgende:

Genvarianten, die zu einer unterschiedlichen Verstoffwechselung von Hormonen und Umweltchemikalien führen DNA-Reparaturgene Agenzien, die zur Zell-Mutierung führen die bei jedem Menschen unterschiedliche Länge der Telomere inflammatorische Gene das Methylierungsverhalten in der Zelle So entwickelten Menschen, die auf Grund ihrer falschen Ernährung zu wenig Folsäure zu sich nahmen, verstärkt Blasenkrebs, wenn sie über einen schwächeren DNA-Reparaturmechanismus verfügten. Im Umkehrschluss lassen sich genau solche Fälle vermeiden - wenn bei Kenntnis dieser genetischen Prädisposition über die Ernährung ausreichend Folsäure zugeführt wird.

Einzelne Risikofaktoren der Krebsentstehung sind, je nach Tumorart, ohnehin bekannt. Doch erst das Bioverhalten des Einzelnen entscheidet offenbar darüber, wer an einem Tumor erkrankt und wer nicht. Das genetische Profil wiederum lässt sich durchaus austricksen.

So führt die Einnahme von bestimmten entzündungshemmenden Substanzen bei Menschen mit einem hohen genetischen Dickdarmkrebsrisiko zu einer deutlichen Senkung der Krebsrate. Auf Grund dieser Fakten werden insgesamt fünf Wirkstoffe sehr beforscht: Retinoide, Nonsteroidiale anti-inflamatorische Wirkstoffe (NSAIDs), Kalzium-Präparate und selektive Östrogen Rezeptor Modulatoren (SERMs).

DocCheck/Flexicon
DNA
Rezeptor

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Alte Tipps im neuen Glanz

Bewegung, eine fettarme Kost und Alkohol in Maßen - was seit Jahrzehnten Praxismediziner fordern, findet nun seine molekulargenetische Bestätigung. All diese Verhaltensweisen tragen massiv zur Krebsprävention bei, weil sie dem Reparaturmechanismus des Körpers nicht im Wege stehen oder ihn sogar aktiv unterstützen. Wer sich zudem regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen unterzieht, senkt sein persönliches Krebsrisiko um mindestens 50 Prozent, wenn man konservativ rechnet. Wichtig sind die angesprochenen Mechanismen auch bei der Uberwindung von Krankheit als so genannte Sekundär-Prävention. Viele Krebspatienten verspielen die Möglichkeit wieder ganz gesund zu werden, weil sie nach der primär Therapie, die sie möglicherweise in Remission gebracht hat, jetzt alles zu tun, um diesen Zustand zu halten, dies ist aber nur möglich, wenn man positiv für die Gesundheit arbeitet d.h. Wiederherstellung der gesundheitsfördernden Mechanismen wie Immunsystem, Hormonsystem, Förderung von Entgiftungsmechanismen, Darmsanierung mit Förderung einer gesunden Darmflora, Supplementierung von Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen. Dann wird für viele Krankheit zur Chance.

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Nierenkrebsmittel wurde zugelassen

Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat das Krebsmittel Sorafenib (Nexavar®) zur Therapie bei fortgeschrittenem Nierenkarzinom zugelassen. Das hat das Unternehmen Bayer Health Care mitgeteilt. Die Zulassung basiert auf der größten randomisierten und Placebo-kontrollierten Studie mit Patienten mit fortgeschrittenem Nierenkrebs.
Durch die Therapie mit Sorafenib habe sich das progressionsfreie Überleben annähernd verdoppelt. Nexavar (Sorafenib) kann oral eingenommen werden und ist der erste Multi-Kinase-Hemmer für diese Krebsart. Wir glauben, dass dies ein Fortschritt darstellt und auch unsere integrative Therapie bei diesem Tumortyp noch weiter verbessern wird. Bisher haben Nierenkrebs erfolgreich mit einer Kombination aus Gestagen, Xenogenen Peptiden (Neydil 66) niedrig dosierter Chemotherapie bestehend aus Vinblastin & Gemcitabine sowie einer niedrig dosierten Therapie mit Interferon und Interleukin und Hyperthermie. Mit dieser Therapie ließen sich Remissionen auch weit fortgeschrittener Fälle erreichen bei sehr guter Lebensqualität. Wir sind daher gespannt welche Verbesserung das neue Krebsmittel bringt und unsere bis dato erfolgreiche Therapie bei diesem Tumortyp verbessern kann.

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Kombi-Therapien bei Kolonkrebs sind gleichwertig

Bei metastasierendem kolorektalem Karzinom ist die Kombinationstherapie mit oral verabreichtem Capecitabin (Xeloda) plus Oxaliplatin (CAPOX) offenbar ebenso effektiv und sicher wie die Therapie mit infundiertem 5-Fluorouracil plus Oxaliplatin (FUFOX). Capecitabin ist ein Prodrug von 5-Fluorouracil.
Dies geht aus den Ergebnissen einer Phase-3-Studie mit 476 Patienten hervor. Die Ergebnisse der Studie wurden vor kurzem beim europäischen Krebskongress ECCO 13 in Paris vorgestellt. Primärer Studienendpunkt war das progressionsfreie Überleben der Patienten. Der Unterschied der Gesamtansprechraten in beiden Gruppen war mit 47 und 50 Prozent nicht signifikant. Auch die Zeiten bis zur Tumorprogression unterschieden sich mit acht Monaten im FUFOX-Arm und sieben Monaten im CAPOX-Arm nicht signifikant.
Der Median des Gesamtüberlebens lag in der Studie nach Angaben des Unternehmens Hoffmann-La Roche in beiden Gruppen bei 16 Monaten. Dieses Ergebnis sei allerdings noch vorläufig. Schließlich würden beide Therapieschemata ähnlich gut vertragen.

Hyperthermie kann den Effekt noch weiter steigern

Ein Hand-Fuß-Syndrom als unerwünschte Wirkung sei etwas häufiger im CAPOX-Arm aufgetreten, Diarrhoe, Übelkeit, Erbrechen, Mukositis und schwere Neuropathie dagegen häufiger in der FUFOX-Gruppe. Wir verwenden diese Kombination (Capox) schon lange und haben besonders in Kombination mit lokaler, aber vor allem auch systemischer Ganzkörperhyperthermie gute Erfolge, da die gleichzeitige Hyperthermie sowohl den Effekt von Oxaliplatin als auch von Capecitabin verstärkt. Die Hyperthermie, die ja als eigenständige Therapiemodalität zytotoxisch ist, kann in Kombination mit geeigneter Chemotherapie zu einer Steigerung der Wirkung am Tumor führen, wo durch der "Killing-Effekt" sowohl der Chemotherapie als auch der Hyperthermie erhöht wird ohne gleichzeitige Steigerung des Nebenwirkungsspektrum.

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Intraperitoneale Chemo in Kombination mit systemischer Ganzkörperthyperthermie hilft bei Ovarialkarzinom

Frauen mit Ovarial-Ca profitieren offenbar mehr von einer zusätzlichen intraperitonealen Therapie mit Paclitaxel plus Cisplatin als von einer ausschließlich intravenösen Kombi-Therapie. Das zeigt jetzt eine amerikanische Studie. Wir führen die intraperitoneale hypertherme Perfusionsbehandlung in unserer Klinik schon lange erfolgreich durch. Die intraperitoneale Chemotherapie ist besonders effektiv bei diesem Tumortyp in Kombination mit systemischer Ganzkörperhyperthermie.
Der US-Studie zufolge lässt sich durch die intraperitoneale Therapie die progressionsfreie Zeit um mehr als fünf auf fast 24 Monate und das Gesamtüberleben im Vergleich zur Gruppe nur mit intravenöser Therapie um fast 16 Monate auf etwa 66 Monate verlängern (NEJM 354, 2006, 34). An der Studie nahmen 429 Frauen teil, die an einem Ovarial-Ca erkrankt waren und deren Resttumor nach der Operation im Durchmesser jeweils nur noch höchstens ein Zentimeter groß war. In der Verumgruppe erhielten die Frauen zunächst intravenös Paclitaxel.
Am zweiten Tag wurde über einen Katheter Cisplatin und am achten Tag Paclitaxel - jeweils intraperitoneal - verabreicht. In einem Kommentar im NEJM wird das Ergebnis als einer der größten Fortschritte in der gynäkologischen Onkologie bewertet. Wir beschäftigen uns schon sehr lange mit der Behandlung von fortgeschrittenen Ovarialkarzinom, da wir immer mehr Frauen sehen, die zwar auf die primäre Therapie gut angesprochen haben, aber dann doch ein Rezidiv bekamen und dann nicht oder immer schwererer mit immer weniger Erfolg behandelt werden können. Wir behandeln solche Patienten seit Jahren erfolgreich mit Ganzkörperhyperthermie und niedrig dosierter Chemotherapie, wobei ein Teil der Chemotherapie intraperitoneal und der andere Teil systemisch verabreicht werden. Die Ganzkörperhyperthermie mit systemischer, niedrig dosierter Chemotherapie und gleichzeitig intraperitonealer Chemotherapie, muss im allgemeinen 3-4 mal durchgeführt werden d.h. im allgemeinen sind für diese Frauen nur 3-4 Therapiezyklen notwendig sind bis sie eine stabile Remission erreicht haben. Die Ansprechraten liegen bei über 70% mit langfristiger Verbesserung der Lebensqualität und Überlebenszeit verbunden ist. Die Ganzkörperhyperthermie- dabei wird die Gesamtkörper Temperatur auf 41,5°C gebracht, erfolgt am ersten Tag wobei eventuell die Oxaliplatin 50% systemisch und die anderen 50% intraperitoneal appliziert werden. Als weitere systemische Zytostatikum verwenden wir Ifosfamid, Irinotecan und Hycamptin. Nach dieser Therapie erfolgt eine 3 - 4-wöchige Pause, dann wird die Therapie wiederholt bis zur Remission. Wichtig ist bei unseren integrativen Therapieansatz, dass darüber hinaus komplementäre Therapien eingesetzt werden, die es dem Organismus erlauben langfristig wieder gesund zu werden.

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Cetuximab bei Krebs an Kopf und Hals zugelassen

Das Darmkrebsmittel Cetuximab (Erbitux®) ist vor kurzem in der Schweiz zur Behandlung von Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren zugelassen worden.
Wie das Unternehmen Merck aus Darmstadt mitteilt, gilt die Zulassung in Kombination mit einer Strahlentherapie bei lokal fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom. Die Schweizer Zulassungsbehörde Swissmedic stützt ihre Entscheidung auf die Ergebnisse einer randomisierten Phase-3-Studie mit fast 430 Patienten.
Durch die zusätzliche Behandlung mit dem monoklonalem Antikörper ließ sich die mittlere Überlebenszeit im Vergleich zur alleinigen Strahlentherapie um fast 20 Monate verlängern. Cetuximab ist in Europa seit Mitte 2004 zur Behandlung bei metastasierendem Kolorektal-Ca in Kombination mit Irinotecan zugelassen. Wir behandeln HNO-Tumoren zusätzlich mit ECT (Galvanotherapie) und lokaler Hyperthermie niedrig dosierte Chemotherapie. Hier kann der gleichzeitige Einsatz von monoklonalen Antikörper wie Erbitux, die bestimmt Wachstumsfaktoren blockieren, sinnvoll sein und zu einer weiteren Verbesserung der Therapie Ergebnisse beitragen. Bei unserem integrativen Therapiekonzept sind die Nebenwirkungen gering.

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Vorteile für Kombitherapie bei Zervix-Krebs besonders, mit Hyperthermie

Für Frauen mit fortgeschrittenem Zervix-Krebs ist eine Cisplatin-Monotherapie eine effektive Option. Doch jetzt hat sich gezeigt, dass die Kombination mit Topotecan (Hycamptin) das Leben der Patientinnen noch weiter verlängern kann. Eine Studie soll jetzt klären, ob Topotecan sich auch in einer platin-freien Kombination bewährt. Wer Frauen mit Zervix-Krebs nach Regeln der Evidenz based Medicine behandeln will, hat es schwer. Die Datenlage in diesem Bereich ist mehr als dünn. Einige Daten gibt es für Cisplatin. Eine Kombination von Cisplatin mit anderen Wirkstoffen hatte in bisherigen Studien aber keinen Vorteil gebracht. Eine aktuelle Studie zeigte bisher Überlegenheit einer Kombinationstherapie(Cisplatin+Hycamptin) gegenüber der Cisplatin-Monotherapie belegen konnte.
In dieser Studie waren 364 Frauen mit metastasiertem Zervix-Krebs auf drei Gruppen randomisiert worden: Die Frauen erhielten entweder Cisplatin als Monotherapie, die Kombination von Cisplatin und Topotecan (Hycamtin) oder eine Viererkombination aus Mitomycin, Vincristin, Adriamycin und Cisplatin (J Clin Oncol 23, 2005, 4626). Dieser Studienarm wurde allerdings aufgrund von vier Todesfällen geschlossen.
Von den übrigen Frauen lebten die mit Topotecan behandelten im Mittel noch 9,4 Monate und die Frauen mit Cisplatin-Monotherapie noch 6,5 Monate. Der Unterschied war signifikant. Die Ansprechrate betrug mit Topotecan 27 Prozent, mit der Cisplatin-Monotherapie 13 Prozent. Wir erreichen noch bessere Ergebnisse, wenn die Kombinationstherapie mit gleichzeitiger regionaler Hyperthermie kombiniert wird. Die Hyperthermie selbst wirkt zytotoxisch, verstärkt den Effekt von Cisplatin am Tumor ohne das Nebenwirkungsspektrum zu vergrößern. Die Ansprechraten sind höher und progressionfreie Zeit verlängert sich. Wir diese Therapie dabei noch einer Basistherapie besteht aus Ernährungstherapie, Immunmodulation, Hormonbalance und Redoxausgleich trägt auch dies zur weiteren Verbesserung und vor allem zur Verbesserung der Lebensqualität bei.

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