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Newsletter 1.07 Gesundheit und Wellness

Liebe Leser,

die Klinik St. Georg hat seit vielen Jahren Erfahrungen im Umgang mit chronischen Kranken sammeln können und für sie ein Diagnostik- und Therapieprogramm zur besseren Bewältigung ihrer Krankheit in einem "Integrativ en Therapie Konzept" ertellen können. Die Erfahrung lässt sich besonders gut für die Prävention anwenden d.h. auf Menschen, die noch krank sind, vielleicht aber schon ein Risiko haben. Hierfür wurde vor Jahren an der Klinik ein Zentrum für Präventiv Medizin eröffnet. In unserem Newsletter Gesundheit und Wellness werden sie regelmäßig über neues und wissenswerte zur Erhaltung ihrer Gesundheit informieren.

Ihr
Friedrich R. Douwes
Klinik St. Georg, Bad Aibling


 

Nutzen von Omega-3-Fettsäuren in der KHK-Prävention bestätigt!

JELIS-Studie: Reduktion ischämischer Ereignisse additiv zur Wirkung von Statinen. Nutzen von Omega-3-Fettsäuren in der KHK-Prävention bestätigt

Die Ernährung der japanischen Bevölkerung ist traditionell reich an Fisch. Auf die Idee, dass sich durch Nahrungsergänzung mit in Fisch enthaltenen Omega-3-Fettsäuren in diesem Land noch positive gesundheitliche Effekte erzielen lassen, muss man deshalb erst einmal kommen. Japanische Untersucher haben das Experiment gewagt. Durch gleichzeitige Lipidsenkung mit Statinen haben sie die Hürde für einen präventiven Nutzen der Fettsäuren-Supplementierung sogar besonders hoch gelegt. Erfolg hatten sie dennoch.



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Dass regelmäßiger Verzehr von Fisch Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugt, ist in vielen epidemiologischen Studien beobachtet worden. Diese präventive Wirkung wird primär den in Fisch enthaltenen essentiellen Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPS) und Docosahexaensäure (DHS) - auch als Omega-3-Fettsäuren bekannt - zugeschrieben.

Die Nahrungsergänzung mit diesen Fettsäuren hat in der Sekundärprävention nach Myokardinfarkt nachweislich eine Wirkung. In einer großen Studie (GISSI-Prevenzione) mit 11 323 Postinfarkt-Patienten wurde durch regelmäßige Einnahme einer EPS/ DHS-Zubereitung in Form von Fettsäureethylestern die Sterblichkeit signifikant gesenkt.
überrascht hat in dieser Studie vor allem der sehr frühe Effekt dieser Behandlung auf die Mortalität, die trotz fehlender Cholesterinsenkung schon nach drei Monaten signifikant reduziert wurde. Eine hochsignifikante Verringerung plötzlicher Herztode um 45 Prozent war die treibende Kraft für diese Mortalitätsreduktion.

Weltweit empfehlen inzwischen kardiologische Fachgesellschaften die Supplementierung von Omega-3-Fettsäuren zur Sekundärprävention nach Myokardinfarkt. Nachdem zunächst blutdruck- und lipidsenkende sowie antithrombotische Effekte als mögliche Mechanismen der protektiven Wirkung von Omega-3-Fettsäuren in der Diskussion waren, bot sich nach GISSI-Prevenzione eine antiarrhythmische Wirkung als naheliegende Erklärung an. Zumindest bei Patienten mit implantiertem Defibrillator (ICD) wegen lebensbedrohlicher ventrikulärer Arrhythmien in der Vorgeschichte konnte eine spezifische antiarrhythmische Wirkung in zwei neueren Studien jedoch nicht verifiziert werden.

Zwei Fragen blieben zu klären:

  • Ist eine Nahrungsergänzung mit Omega-3-Fettsäuren auch in der Primärprävention von Nutzen?
  • Haben Omega-3-Fettsäuren bei mit Statinen behandelten Patienten eine additive präventive Wirkung?

Zur Klärung beider Fragen steuert die in Dallas präsentierte JELIS (Japan EPA Intervention Study)-Studie wesentliche Informationen bei. In diese Studie sind in Japan 18645 Patienten mit Hypercholesterinämie (Gesamtcholesterin> 250 mg/dl), LDL-Cholesterin im Schnitt: 182 mg/dl) aufgenommen worden. Alle Studienteilnehmer wurden mit einem Statin in niedriger Dosierung behandelt. Zusätzlich erhielten 9326 Patienten täglich 1800 mg hochgereinigte Eicosapentaensäure (EPS) in Kapseln. Geklärt werden sollte, ob sich durch diese Zusatztherapie die Rate kardialer Ereignisse (primärer kombinierter Endpunkt: plötzlicher Herztod, Myokardinfarkt, instabile Angina pectoris, notwendige Revaskularisation) reduzieren lässt.

Nach im Mittel 4,6-jähriger Behandlungsdauer betrug die Rate entsprechender Ereignisse in der nur mit Statinen behandelten Kontrollgruppe 3,5 Prozent. In der EPS-Gruppe war sie mit 2,8 Prozent im Vergleich dazu signifikant um 19 Prozent niedriger, wie Dr. Mitsuhiro Yokoyama berichtete. Entscheidend für diese Reduktion war das signifikant seltenere Auftreten von instabiler Angina pectoris (Inzidenz: 1,6 versus 2,1 Prozent).

Für den absoluten Nutzen der EPS-Behandlung war allerdings von Bedeutung, ob die Patienten bereits eine Koronarerkrankung hatten oder nicht. In der Subgruppe ohne Anzeichen für eine KHK (n = 14 981) wurde nur eine nicht signifikante Reduktion um 18 Prozent beobachtet. Dagegen profitierten Patienten mit dokumentierter KHK (n = 3664) von einer signifikanten Senkung der Rate koronarer Ereignisse um 19 Prozent durch EPS (8,7 versus 10,7 Prozent).

Die Reduktion des LDL-Cholesterins um 26 Prozent war in der EPS- und Kontrollgruppe identisch. Yokoyama geht deshalb davon aus, dass die in JELIS mit EPS erzielte Reduktion kardialer Komplikationen auf Wirkmechanismen beruht, die von der Lipidsenkung unabhängig sind.

Im Gegensatz zur GISSI-Prevenzione-Studie hatte die EPS-Behandlung in JELIS keinen Einfluß auf die Inzidenz des plötzlichen Herztodes (Inzidenz: 0,2 versus 0,2 Prozent). Nach Ansicht Yokoyamas ist die Erklärung dafür möglicherweise in Unterschieden zwischen den Patientenpopulationen beider Studien zu suchen.

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Gesundheitsförderung speziell für Frauen

Für die Gesundheitsförderung sind ist geschlechtsspezifische Maßnahmen sinnvoll. Das wurde auf dem Symposium "Die Gesundheit ist weiblich" der AOK Rheinland und ihres Instituts für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) hervorgehoben. Denn: Frauen sind anders und seltener krank als Männer.

Für eine gezielte Gesundheitsförderung ist es wichtig, geschlechtsspezifische Konzepte zu entwickeln. Diese geschlechtsspezifische Gesundheitsforschung hat sich erst in den letzten 15 Jahren etabliert. So wurde beispielsweise festgestellt, dass das Herzinfarktrisiko zwischen 1985 und 1995 bei Frauen vergleichsweise drastisch zugenommen hat. Die geschlechtsspezifischen Aspekte in der Krankheitsentstehung, ihre molekularen, hormonellen und psychosozialen Grundlagen gewinnen zunehmend an Bedeutung, da Vergleich zwischen Männern und Frauen deutliche Unterschiede bestehen. So erkrankten Frauen überdurchschnittlich häufig an Atemwegserkrankungen, psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen, Krankheiten der Nerven- und Sinnesorgane sowie an Geschlechts- und urologischen Krankheiten. Nachgewiesen wurde auch, dass der Krankenstand der Frauen über fünf Jahre hinweg niedriger war als der ihrer männlichen Kollegen. "Das Vorurteil, Frauen seien häufiger oder länger krank als Männer, ist nicht zu halten.

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Magnetstimulation verringert Drang- und Streßinkontinenz

Etwa 70 Prozent der Patienten sprechen auf die Therapie an

Zahl der Toilettengänge pro Tag und der Bedarf an Vorlagen halbieren, das wünschen sich viele Frauen. Egal ob sie an einer Streßinkontinenz oder einer Dranginkontinenz oder gar eine Mischung aus beidem leiden, mit einer neuartigen Magnetstimulationstherapie verringern sich die Beschwerden innerhalb weniger Wochen meist wesentlich, und zwar schmerzfrei und bequem.



 
 


Und so funktioniert die QRS-Methode: Die Patienten sitzen voll bekleidet auf einem bequemen Stuhl oder liegen auf einer Matte, in die ein speziell konstruierter Therapiekopf eingebaut ist. Dieser erzeugt magnetische Impulse, wodurch Nervenimpulse ausgelöst werden, die zur Kontraktion von Becken- und Sphinktermuskeln führen. Innerhalb kurzer Zeit werden auf diese Weise viele Muskelkontraktionen ausgelöst. Die meisten Patientinnen benötigen 20 Sitzungen etwa 20 Minuten, bis sich die Beschwerden deutlich verringert haben. Das heißt, bis sich etwa die Zahl der Toilettengänge pro Tag oder der Bedarf an Vorlagen um die Hälfte reduziert. Es wird zwei- bis dreimal pro Woche behandelt. Etwa 70 Prozent der Patienten sprechen an.

Patienten mit Streßinkontinenz, die einen hohen Leidensdruck haben, geben wir zusätzlich Duloxetin, bis die Muskelstimulation richtig wirkt. Nach zehn Sitzungen kann das Mittel wieder abgesetzt werden, um zu sehen, ob die QRS-Therapie wirkt. Bei Drang- oder Mischinkontinenz kann man bei Bedarf ebenfalls zusätzlich medikamentös behandeln. Nach Besserung empfehlen sich alle drei bis vier Monate erneut zwei bis drei QRS-Sitzungen, um die Muskelkraft langfristig zu erhalten. Die Behandlung kann jedoch leider nicht über die Krankenkasse abgerechnet werden.

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Tanzen: Die künstlerische Sportart steigert die Kondition und bringt Kontakte

Gutes Tanzen birgt große Chancen beim anderen Geschlecht und ist Wellness für die eigene Seele. Tatsächlich gehören die mehr oder weniger rhythmischen Bewegungen zu schneller oder auch getragener Musik zum Besten, was man für sich tun kann. Tanzen steigert nicht nur die Kondition, lässt Pfunde purzeln und die Nicht-Tänzer am Parkettrand vor Neid erstarren lassen - es hat auch einen nicht zu unterschätzenden zwischenmenschlichen Aspekt: Tanzen schafft Kontakte!

In einer wie in Deutschland sehr kontaktfeindlichen Kultur kann man sich beim Tanzen ohne Bedenken berühren, sich in einer entspannten Atmosphäre ganz unverbindlich kennen lernen. Das beginnt bereits in frühester Jugend bei der ersten Tanzstunde, die ja eher einen sozialen als einen sportlichen Aspekt hat. Wer diese Tanzstunden nicht mitmacht, hat den unkompliziertesten Kontakt zu anderen Menschen verpasst.

Durch Tanzen lernt man, sich locker zu bewegen. Doch viele Menschen blieben nach der ersten Tanzstunde nicht dran und verlernten alles schnell wieder. Im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern der Welt hätten im "bewegungsfeindlichen" Deutschland viele Menschen Hemmungen, sich im Alltag locker zu bewegen, ihren Körper auch mal entspannt gehen zu lassen. Und genau diese Lockerheit fehlt ihnen dann auch beim Tanzen.

Wer daran etwas ändern will, geht in eine der vielen Tanzschulen. Sie haben sich mittlerweile darauf eingestellt, dass viele Menschen in unserer Gesellschaft allein leben und veranstalten deshalb auch Single-Tanzkurse. Nur trauten sich zumindest in die Anfängerkurse meist nur Frauen, da vielen Männern der Mut fehlt. Haben Männer dann aber erst mal die Bewegungserfahrung durchs Tanzen gemacht, sind sie oft noch enthusiastischer dabei als Frauen.

Auch Ehepaare und junge Leute, die heiraten wollen, belegen immer häufiger einen Tanzkurs. Dabei kann es auch schon mal stressig werden, denn die Ansprüche an den eigenen Partner sind in der Regel überhöht. Der ideale Tanzpartner sollte deshalb ihrer Meinung nach sehr geringe Erwartungen an sein Gegenüber haben und ganz einfach nur Freude an der gemeinsamen Bewegung empfinden.

Doch nicht nur aus sozialer, sondern auch aus medizinischer Sicht ist das Tanzen gut für Körper und Seele. Schließlich werden dabei Glückshormone freigesetzt.

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Vor allem Kaugummi-Kauen lässt viel Quecksilber aus Amalgam-Füllungen verdampfen

Wer viele Amalgam-Füllungen hat und unablässig Kaugummis kaut, der kann seine Quecksilberbelastung um das Zehn- bis Zwanzigfache steigern. Damit erreicht er Werte, wie sie sonst nur bei Industriearbeitern gemessen werden, die mit dem Schwermetall Kontakt haben.

Solche hohen Werte haben vor allem Raucher, die sich ihr Laster mit Nikotinkaugummis abgewöhnen wollen: Sie kauen oft mehrere Stunden täglich. Nach den Daten einer neuen Meta-Analyse dürfte das aber noch immer weit weniger schädlich sein als weiterzurauchen.

300 Studien zur Belastung durch Quecksilber ausgewertet

Wie gefährlich das Schwermetall in Zahnfüllungen ist, das hat nun eine Expertenkommission versucht herauszufinden, indem sie 300 Studien zu dem Thema ausgewertet hat. Die Analyse wurde von einem Konsortium der wichtigsten US-Gesundheitsbehörden in Auftrag gegeben und von der Organisation Life Science Research Office (LSRO) ausgeführt. Der Bericht kann jetzt über die Adresse www.lsro.org online bezogen werden. Für die Meta-Analyse wurden nur Studien ausgewertet, die nach 1996 erschienen sind. Damit knüpft die Untersuchung an vorhergehende Meta-Analysen an.

Das wesentliche Ergebnis der neuen Analyse: ähnlich wie in früheren Meta-Analysen ließ sich keinerlei Zusammenhang zwischen der Quecksilberbelastung aus Zahn-Amalgam und Gesundheitsschäden nachweisen. Doch die neue Analyse gibt ein sehr differenziertes Bild dessen, was man derzeit über das Gefahrenpotential von Amalgam weiß - und eben noch nicht weiß.

Um dieses Potential einzuschätzen, lohnt sich ein Vergleich mit der Belastung von Menschen, die quecksilberhaltige Produkte wie Thermometer oder Leuchtstoffröhren herstellen. In Arbeitsschutz-Richtlinien wird empfohlen, dass die Quecksilberbelastung einen Wert von 35 µg pro Liter Urin nicht überschreiten sollte.

Zum Vergleich: Symptome einer chronischen Quecksilbervergiftung wie Tremor, Ataxie, Hör- und Nierenschäden wurden bei Arbeitern festgestellt, deren Urin-Werte dauerhaft über 50 µg/l lagen. Eine physiologische Reaktion tritt jedoch schon bei geringeren Konzentrationen des Schwermetalls auf: Bestimmte Nieren-Enzyme steigern ihre Aktivität bereits bei Werten zwischen 25 und 35 µg/l.

Wie hoch nun die Belastung durch Zahn-Amalgam ist, hängt von der Zahl der Füllungen und deren Zustand ab. Im Schnitt wurde in Studien bei den meisten Menschen ein Wert von etwa 1 µg/l festgestellt. Bei Personen mit im Schnitt 20 Füllungen lag der Wert etwa doppelt so hoch, konnte jedoch bei einzelnen Personen bis auf über 6 µg/l ansteigen. Leicht erhöhte Werte um etwa 4-5 µg/l ließen sich in einer Studie bei Menschen noch etwa zwei Wochen nachweisen, nachdem sie eine neue Amalgam-Füllung bekommen hatten. Insgesamt, so die Autoren der Analyse, liege jedoch ein komfortabler Sicherheitsabstand zwischen der Quecksilberbelastung durch Amalgam und Werten, die chronische Vergiftungssymptome hervorrufen.

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Ginkgo verbessert Aufmerksamkeit von MS-Patienten

Ginkgo biloba kann die Aufmerksamkeit bei Multipler Sklerose (MS) verbessern. Das haben US-Forscher in einer Studie mit 39 MS-Patienten herausgefunden, die aufgrund ihrer Krankheit kognitive Einschränkungen hatten.

In der Studie, die jetzt auf einem Konkress in Miami vorgestellt wurde, erhielten 20 Patienten zwölf Wochen lang täglich 240 mg Ginkgo-Extrakt, 19 erhielten Placebo. Die Patienten wurden Tests unterzogen, mit denen sich Aufmerksamkeit und Dauer für Entscheidungsfindungen überprüfen ließen.

MS-Kranke mit Ginkgo benötigten dafür im Schnitt 24,6 Sekunden, mit Placebo 30,2 Sekunden. Die Differenz entspreche etwa der zwischen 40jährigen und 60jährigen gesunden Teilnehmern solcher Tests.

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Walnüsse senken LDL-Werte

Nüsse bestehen zu zwei Dritteln aus Fett und sind daher recht nahrhaft. Da liegt es nahe, besonders Menschen mit Übergewicht und einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten vor Nüssen zu warnen. Es mag paradox klingen, doch gerade solche Menschen sollten öfter die harten Schalen knacken. Denn wer viele Nüsse isst, dessen KHK-Risiko sinkt beträchtlich - ohne dass er dicker wird.

In den USA, aus denen fast alle Untersuchungen zu diesem Thema stammen, ist die frühere Ablehnung von Nüssen durch Ernährungsexperten einer eindeutigen Fürsprache gewichen. Damit dieser Wandel in Europa ebenfalls nicht länger ignoriert wird, hat Professor Johannes Diehl, ehemals Leiter an der Bundesforschungsanstalt für Ernährung, die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu einem Bericht zusammengetragen.



 
 


Herzinfarkte sind bei Nussliebhabern seltener: Als 1992 in Kalifornien eine epidemiologische Studie ergab, dass die Häufigkeit von Herzinfarkten je stärker abnimmt, desto mehr Nüsse jemand isst, wollte das zunächst niemand glauben. Demnach ist bei Personen, die mehr als fünfmal pro Woche Nüsse knabbern, das Risiko eines tödlichen Herzinfarkts um die Hälfte geringer als bei jenen, die das weniger als einmal wöchentlich tun.

Kritiker argumentierten, das liege nicht am Nussverzehr selbst, sondern am damit einhergehenden Verzicht auf Fleisch, Eier und Milchfette. Denn die Studienteilnehmer waren Adventisten vom Siebten Tag, die sich hauptsächlich von Getreideprodukten, Obst und Gemüse ernähren. Doch die Skeptiker wurden eines Besseren belehrt: Hinweise auf einen Nutzen nusshaltiger Ernährung haben sich auch in riesigen Studien (Iowa Women's Health Study, Nurses' Health Study, Physicians' Health Study) für andere Bevölkerungsgruppen ergeben.

Klinischen Untersuchungen zufolge beruht der Effekt vor allem darauf, dass Nüsse den Serumspiegel von Gesamt- und LDL-Cholesterin um einige Prozent senken. Ob Personen mit normalen oder erhöhten Blutfetten daran teilnahmen, ob sie Mandeln, Wal-, Macadamia-, Hasel-, Erd- oder Pekannüsse erhielten: Der Vorteil war je ausgeprägter, desto mehr Nüsse sie verzehrten. Dabei übertrafen die kleinen Kraftpakete sogar das weithin propagierte Olivenöl, eine fettarme sowie eine typisch mediterrane oder japanische Kost.

Der Nutzen für die Gefäße ließ sich auch direkt belegen: Nachdem Personen mit erhöhten Cholesterinwerten vier Wochen lang vermehrt Walnüsse gegessen hatten, funktionierte die endothelabhängige Vasodilatation besser als zu Anfang. Möglicherweise beugen Nüsse auch der Bildung von Oxidationsprodukten vor, die bei der Atherosklerose von Bedeutung sind. Darüber hinaus gibt es Resultate, wonach Nüsse die Gefahr von Magen- und Prostatakrebs senken und helfen, den Blutzucker beim Typ-II-Diabetes zu stabilisieren sowie Darm und Blutdruck zu regulieren.

Noch weitgehend ungeklärt ist jedoch, auf welchen Inhaltsstoffen die günstigen Wirkungen beruhen. Als Kandidaten kommen ungesättigte Fettsäuren infrage, die in Nüssen sattsam enthalten sind, allerdings in unterschiedlicher Zusammensetzung. So sind Walnüsse arm an einfach ungesättigten Fettsäuren, aber reich an mehrfach ungesättigter Linol- und Linolensäure, bei Macadamia-Nüssen verhält es sich genau umgekehrt.

Doch offenbar sind es nicht nur die Fettsäuren, ergab ein Versuch mit Ratten: Deren Cholesterinwert verringerte sich selbst dann, wenn sie ölfreies Walnussmehl fraßen. Das Nuss-Eiweiß ist auch reich an Arginin, einer Vorstufe von Stickoxid, das der Atherosklerose entgegenwirkt, indem es die Gefäße erweitert und das Verklumpen von Blutplättchen hemmt. Eventuell sind aber auch Vitamine, Spurenelemente, Ballaststoffe oder sekundäre Pflanzenstoffe von Bedeutung.

Zu guter Letzt sind Nüsse zu Unrecht als Dickmacher verschrien. So konsumieren Bewohner von Mittelmeerländern doppelt so viel davon wie US-Amerikaner, leiden aber viel seltener unter Übergewicht. Wenn Versuchspersonen Nüsse statt anderer Lebensmittel verzehrten, nahm ihr Körpergewicht sogar leicht ab.

Aßen sie die Schalenfrüchte zusätzlich, nahmen sie zwar zu, aber weniger als nach der Kalorienmenge zu erwarten gewesen wäre. Mögliche Erklärungen dafür sind, dass Nüsse den Energieverbrauch in Ruhe erhöhen, das Gefühl der Sättigung verstärken oder dass viel von ihrem Fett unverdaut ausgeschieden wird.

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Bifido-Bakterien beschleunigen die Darm-Transitzeit

Bestimmte Probiotika haben einen positiven Effekt auf das Immunsystem und die Darmfunktion, haben randomisierte, kontrollierte Studien ergeben. Das Bifido bacterium beschleunigt die gastrointestinale Transitzeit und kann damit einer Obstipation entgegen wirken.

Immunologisch relevante Eigenschaften von Probiotika, etwa ein günstiger Einfluss auf die Inzidenz von Neurodermitis bei Kleinkindern oder die Verkürzung von Erkältungsepisoden im Winter, seien vorwiegend auf bestimmte Lactobazillen wie Lactobacillus Casei Defensis zurückzuführen. Dagegen könne eine Beschleunigung der intestinalen Transitzeit vorwiegend mit Bifidobakterien erzielt werden.

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