PET-CT optimiert Brustkrebs-Nachsorge
Die aktuellen Leitlinien zur Brustkrebs-Nachsorge sollte individueller sein, insbesondere, wenn es um die Diagnostik von Fernmetastasen geht. Auch bei Patientinnen mit hohem Rezidivrisiko und einem hohen Sicherheitsbedürfnis muss manchmal mehr getan werden, als es die Leitlinien derzeit vorsehen.
Das regelmäßige Abtasten der Brust ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der Nachsorge bei Brustkrebs
Es ist nach wie vor das wichtigste Ziel der Brustkrebs-Nachsorge, lokale und regionale Rezidive früh zu erkennen, weil dann noch eine Heilung möglich ist. Und das gelingt mit dem leitliniengerechten Programm aus regelmäßiger Tastuntersuchung, Mammographie sowie Sonographie und MRT (je nach Bedarf) recht gut. Was die Suche nach Fernmetastasen betrifft, sind die aktuellen Empfehlungen hingegen nicht ausreichend. Wir haben zwar gute Diagnosemethoden wie die Oberbauch-Sonographie, Skelettszintigraphie, Thorax-Röntgen und CT. Doch die bisherigen Studien haben immer wieder ergeben, dass Patientinnen, bei denen eine intensivere Nachsorge mit Bildgebung gemacht wurde, keine besseren Überlebenschancen hatten, als Frauen, die eine symptomorientierte Nachsorge erhielten.
Daher sehen auch die aktuellen Leitlinien nicht vor, bei asymptomatischen Frauen nach Metastasen zu fahnden. Viele Frauen akzeptieren das aber nicht. Sie möchten nicht erst dann untersucht werden, wenn Symptome auf Fernmetastasen hinweisen. Diesen Ängsten sollte man Rechnung tragen. Ich mache meine Entscheidung für die Nachsorge bei Brustkrebs von zwei Dingen abhängig, und zwar von der Risikokonstellation und dem Sicherheitsbedürfnis der jeweiligen Patientin. So kann es durchaus sinnvoll sein, einer asymptomatischen Patientin, die von Sorgen und Ängsten vor einer Metastasierung geplagt wird, eine weitergehende Untersuchung vorzuschlagen. Ist der Befund negativ und die Frau konnte sich davon überzeugen, dass die Brustkrebserkrankung nicht wieder aufgeflammt ist, fühlt sie sich erleichtert und kann wieder ruhiger schlafen. Auch Patientinnen mit einem hohen Rezidivrisiko benötigen eine intensivere Nachsorge. Dazu gehören zum Beispiel Frauen mit einem großen Primärtumor (über 3 cm Durchmesser), mit Lymphknotenbefall oder mit Hormonrezeptor-negativen, Her-2 neu positiven, schnell wachsenden Brusttumoren. Diesen Frauen empfehle ich eine typische Re-Staging- Untersuchung mit Knochenszintigrafie, Leber-Ultraschalluntersuchung und einem Röntgenbild der Lunge sowie eine Bestimmung der Tumormarker CEA und CA 15-3.
Bei manchen Patientinnen kann auch eine PET-CT weiterhelfen, zum Beispiel, wenn die Tumormarker ansteigen, aber mit den klassischen Untersuchungen keine Metastasen festzustellen sind. Mit diesem kombinierten Verfahren, das Auskunft über den Tumorstoffwechsel und gleichzeitig auch über die Morphologie des jeweiligen Tumors gibt, findet man häufig auch kleinere Krebsherde, die mit den üblichen Untersuchungen nicht erkannt werden. Alles kann man natürlich nur von Fall zu Fall in enger Absprache mit der Patientin entscheiden.
Bei Verdacht auf eine Metastasierung muss untersucht werden, bis die Diagnose steht! Bei asymptomatischen Patientinnen mit hohem Rezidivrisiko lasse ich nicht häufiger als einmal jährlich untersuchen. Meine persönlichen Erfahrungen haben gezeigt, dass es immer wieder Patientinnen mit einer solitären Metastase oder mit wenigen Metastasen gibt, bei denen man durch eine Kombitherapie gute Langzeitremissionen erreichen kann. Bei uns in der Klinik ist das eine Synthese aus konventionellen und komplementären Therapien, wie der chirurgischen Entfernung von Metastasen, elektrochemischer Therapie, photodynamischer Therapie, Hyperthermie oder auch Strahlentherapie plus systemischer multimodaler Behandlung. Mit diesem Konzept können wir über viele Erfolgsgeschichten berichten.
Es gibt hierzu auch Studien, die gezeigt haben, dass etwa die Zerstörung von Metastasen in der Leber oder im Hirn zu einem langen Überleben oder gar zur Heilung geführt haben. Alle Untersuchungen, die ich hier aufgeführt habe, werden bis auf das PET-Scan von der GKV bezahlt – aber leider nicht alle aufgeführten Therapien.






