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Fortschritte in der Krebsmedizin?

Es gibt zwar Fortschritte in der Krebsforschung, aber die Versorgung der Krebskranken ist nicht besser geworden. Durch die Aufspaltung der Onkologie in die einzelne Organgebiete (Lunge, Magem, Darm, Brust, Prostata etc.) geht der Blick für das Ganze immer mehr verloren. Den Organspezialisten fehlt der Blick für den ganzen Menschen.

Zwar versuchen Kompetenzzentren und Leitlinien darüber hinweg zu täuschen, dass die Krebsinzidenz, also die Häufigkeit des Krebsvorkommens, immer noch zunimmt, und dass die Todesraten sowie die 5-Jahresüberlebenszeit sich nur wenig verändert hat. Das viele Geld, das in der Krebsforschung und auch für Krebstherapie ausgegeben wird, schlägt sich leider nicht dort nieder, wo wir es gerne hätten: Nämlich in den Therapieresultaten.

Dass die Kosten im Gesundheitswesen explodieren, daran wird auch der neue Gesundheitsfond nichts ändern. Helfen kann und könnte aber ein anderer Betrachtungsansatz, der den Menschen wieder mehr in den Mittelpunkt stellt und nicht so sehr sein krankes Organ. Ein Mamma- oder ein Magenkarzinom ist nicht die Krankheit, sondern ein Symptom einer tiefer liegenden Erkrankung des Gesamtorganismus.

Wir wissen, dass die Ursachen für eine Krebserkrankung vielfältig sind. Sie kann beispielsweise durch Umweltgifte, falsche Ernährung, Mangel an Vitalstoffen, Strahlen, Medikamente und nicht zuletzt durch Stress verursacht werden. Diese negativen Einflüsse führt zu tiefgreifenden Veränderungen im Körper, in einzelnen Organen, Geweben und nicht zuletzt auch in Zellen, die dann krebsig entarten. Würden beispielsweise an dieser Stelle Korrekturen einsetzen und die krankmachenden Ursachen beseitigt, würde dem Krebs die promovierende Unterstützung versagt und es käme nicht zum Ausbruch der Krankheit. Krankheit ist daher nach unserer Auffassung auch nicht Schicksal oder Strafe, sondern ein Aufschrei von Körper, Geist und Seele: „So kann und darf es nicht weiter gehen!“ Krankheit ist die Aufforderung zur Umkehr und das ohne Kompromisse! Wenn der Boden, auf dem Krankheit entstanden ist, nicht vollständig umgepflügt wird, kann man nicht erwarten, dass man wieder vollständig gesund wird.

Dies gilt in gleicher Weise für alle chronisch-degenerative Erkrankungen wie Herz- Kreislauferkrankungen, Rheuma und Krebs. Die chronisch-degenerativen Erkrankungen nehmen kontinuierlich zu. Wir werden zwar älter, aber nicht gesund, sondern können durch die moderne Medizin nur länger krank sein.

Diese Medizin behandelt leider nur Symptome und nur selten eine Krankheit ursächlich. Schon im Streit zwischen Louis Pasteur und Claude Bernard am Ende des vorletzten Jahrhunderts kam man zu dem Schluss: „Die Bakterie ist gar nichts, das Milieu alles!“ Wir müssen also wieder lernen, das innere Milieu zu erfassen und in die therapeutischen Überlegungen einzubeziehen.

Zielsetzung komplementärer onkologischer Therapien sollte sein, durch eine onkologische Basistherapie eine Rückführung der gestörten Milieuparameter, Immunparameter, Hormonparameter etc. zur Norm zu erreichen. Das strategische und operationelle Vorgehen zur Erreichung dieses Zieles besteht in einer onkologischen Basistherapie, Detoxifikation, Antioxidation, Supplementation z.B. durch die Gabe von Selen, Immuntherapie, Ernährungstherapie, Hormontherapie, Physiotherapie, Biophysikalische Therapie, psychonkologische Betreung etc.

Warum wir diese komlementäre Therapie benötigen und wie man das in den klinischen Alltag umsetzt, waren Themen der XVIII. Aiblinger Gespräche, die wir gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Onkologie (DGO) und der österreichischen Gesellschaft für Onkologie (ÖGO) Ende September 2008 durchgeführt haben. Die Veranstaltung wurde von mehr als 180 Personen besucht und wurde als sehr informativ bewertet. In den Diskussionen wurde deutlich, dass ein großes Interesse besteht, solche Veranstaltungen öfter als nur einmal jährlich durchzuführen. Herr Dr. Douwes, der Kongresspräsident, nahm diese Anregung auf. Auf der nächsten Vorstandssitzung der DGO soll dies Thema intensiv erörtert werden.



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