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Newsletter 3.06
Zusammengestellt von Dr. med. Friedrich R. Douwes, Ärztlicher Direktor Medi-Therm Kliniken GmbH & Co. KG


Hinweise auf ein längeres Leben bei früher Chemotherapie

Vitamin D steigert Nutzen von Taxan bei Prostata-Ca

Lässt sich kein Prostata-Tumor finden, sorgt PET/CT und Spectroskopie für Klarheit

Bei Prostata-Ca gewinnt die Strahlentherapie an Bedeutung

Sport hat kaum Einfluss auf Prostata-Ca

Grüner Tee erfolgreich bei Prostata-Ca

Plädoyer für Testosteron trotz Prostatakarzinom

Prävention von Prostata-Ca mit Anti-Östrogen

Bestrahlung der Prostata erhöht Rektum-Ca-Risiko

Lässt sich mit einem Bluttest auf IGF-I das Prostatakrebs- Risiko voraussagen?

Chemotherapie lässt Männer mit Prostata-Ca zwei Monate länger leben

 
Hinweise auf ein längeres Leben bei früher Chemotherapie

Mehrere Studien lassen vermuten, dass ein früher Beginn der Chemotherapie die Überlebenszeit dieser Patienten verlängert. Allerdings ist es keine leichte Entscheidung für symptomfreie Patienten, sich einer Chemotherapie zu unterziehen. Ein guter Ansatz ist die intermittierende Therapie mit einer begleitenden komplementären nicht toxischen Krebstherapie. Sie hilft die Nebenwirkungen der Chemotherapie zu reduzieren und gleichzeitig die Ansprechrate zur erhöhen. Eine Therapie- Sequenz besteht aus drei Zyklen. Bei erneuter Progression des Tumors - diagnostiziert über die PSA-Bestimmung - wird der Behandlungszyklus wiederholt.
Nachbeobachtung von mehr als zwei Jahren zeigen, dass der PSA bereits nach dem dritten Zyklus langsam abnimmt. Die Einjahres-Überlebensrate betrug 90 Prozent.

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Vitamin D steigert Nutzen von Taxan bei Prostata-Ca

Mit einer Kombitherapie aus Calcitriol und Docetaxel wird ein deutlicher Trend zu längerem Überleben erzielt, das zeigt eine Studie mit 250 Patienten. Vitamin D wirkt antiproliferativ und fördert die Apoptose. Ersten Studien zufolge unterstützt es möglicherweise Patienten mit Prostata-Ca, die eine Therapie mit Docetaxel erhalten sollen. In Medikamenten- Wirkungsstudien lassen die Werte des prostataspezifischen Antigens (PSA) keine Rückschlüsse auf die Überlebensrate von Patienten mit Prostata- Karzinomen zu. Deshalb wird in einer Phase III geprüft, ob sich zusätzlich bei verabreichtem Vitamin D eine Lebensverlängerung erreichen lässt. Prostata-Krebs kommt in südlichen Ländern aufgrund der stärkeren Sonneneinstrahlung und der dadurch bedingten höheren Vitamin-D-Bildung seltener vor. Bei gleichzeitiger Anwendung mit Zytostatika wirkt Calcitriol außerdem chemosensitivierend.

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Lässt sich kein Prostata-Tumor finden, sorgt PET/CT und Spectroskopie für Klarheit

Positronen-Emissions- plus Computertomographie ist wesentlich sensitiver als CT und Szintigraphie zur Auffindung von Rezidiven bei Prostata-Ca. Mit CT und Szintigraphie ist bei manchen Männern mit Verdacht auf Prostata-Ca oder Tumorrezidiv kein Tumor lokalisierbar. Für sie kommt eine PET/CT infrage.

Doch die Positronen-Emissionstomographie plus Computertomographie (PET/CT) wird von der GKV in der ambulanten Diagnostik bisher nicht erstattet. Stattdessen bleibt Männern mit Prostata-Ca oft nichts anderes übrig, als zu warten, bis Tumor oder Metastasen so groß sind, dass sie mit herkömmlichen Verfahren erfasst werden können. Steigt etwa der PSA-Wert nach einer Prostata-Karzinom-Operation wieder an, besteht Verdacht auf ein Rezidiv. Mit CT kann man einen Tumor in der operierten Region jedoch oft nicht erkennen, weil diese durch Narben verändert ist. Auch ein Lymphknotenbefall kann damit häufig erst sehr spät nachgewiesen werden, da Lymphknoten unter einem Durchmesser von 10 mm als unauffällig gelten. Mit der Skelett-Szintigraphie kann man Knochen-Metastasen erst ab einer Größe von etwa 12 bis 15 mm nachweisen, mit dem Cholin-PET dagegen bereits ab 3 mm. Bei Metastasen ist wie wir anderer Stelle noch ausführen werden, eine andere Therapie anzuwenden als bei einem Lokalrezidiv. Aber auch bei einem Lokalrezidiv muss man genau wissen wo es liegt. Wird mit CT und Szintigraphie nichts gefunden, wird bisher manchmal einfach blind die Op-Region bestrahlt. Man glaubt es kaum aber das ist gängige Praxis. Eine genaue Tumor-Ortung mit PET/CT ermöglicht jedoch eine gezielte Therapie - mit weniger Risiken.
Von der PET/CT profitieren auch unbehandelte Männer mit hochmalignen Tumoren (Gleason-Wert über 6) und PSA-Werten über 10 ng/ml. Solche Männer haben ein hohes Risiko für Metastasen - die sich nur mit PET/CT gut nachweisen lassen. Und es gibt Männer, bei denen bioptisch trotz hoher PSA-Werte kein Tumor gefunden wird. Bei ihnen wird bisher gewartet, bis der Tumor mit klassischen Verfahren nachweisbar ist. Eine PET/CT kann dagegen sofort Klarheit schaffen. Insgesamt ist der Anteil von Prostata-Ca- Patienten, denen die PET/CT nützt, etwa 10 bis 15 Prozent. Verbessert wird die Treffer Genauigkeit wenn gleichzeitig die zirkulieren Krebszellen im Blut bestimmt werden.
Die Kosten für das PEZ/Scan-Verfahren liegen bei etwa 1000 bis 1300 Euro. Es ist aber davon auszugehen das ähnlich wie bei einer Studie mit 200 Bronchial-Ca-Patienten die PET/CT jedoch deshalb günstiger war, als die CT alleine, da Mehrfachuntersuchungen vermieden werden konnten und gleich die richtige Therapieentscheidung getroffen werden konnte.

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Bei Prostata-Ca gewinnt die Strahlentherapie an Bedeutung

Stahl oder Strahl bei Männern mit Prostata-Karzinom? Das ist häufig die einzige Alternative die Tumor Patienten angeboten wird. Weitere Alternativen werden nicht genannt oder verschwiegen, da jeder natürlich Therapie favorisiert, die er selbst durchführen kann. Für viele Männer im Frühstadium der Erkrankung gibt es aber gleichwertige Alternativen z.B. die transurethrale Hyperthermie plus eine ablative Hormontherapie. Auch die die Strahlentherapie ist inzwischen eine gleichwertige Alternative zur Operation, das belegen Langzeitdaten.
Die Daten zeigen, dass die radikale Prostatektomie und die Strahlentherapie für Patienten im frühen Stadium eines Prostatakarzinoms zu ähnlichen Ergebnisse führen, die aber nicht wesentlich besser sind als jene die durch Abwarten erzielt werden.
70 Prozent der Patienten im Frühstadium bekamen in dem Zeitraum keine Symptome, weil sich diese Erkenntnisse immer mehr durchsetzen wird die Strahlentherapie auch immer häufiger als erste Option angeboten. Wurde vor fünf Jahren noch bei 75 bis 85 Prozent der Männer im Krebs- Frühstadium die Prostata entfernt, so geschieht dies heute noch bei etwa zwei Dritteln, aber auch darauf könnte man verzichtet werden, wenn das eingesetzt wir was heute wissen und hier im News Letter nachgelesen werden kann.

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Sport hat kaum Einfluss auf Prostata-Ca

Wer viel Sport treibt, kann dadurch kein Prostata-Ca. verhindern, dass hat jetzt eine Studie mit knapp 48 000 Männern ergeben. Die Ergebnisse stehen damit im Widerspruch zu denen kleinerer Studien. Das ergaben die Daten der Health-Professionals Studie. In ihr wurden Männer 14 Jahre lang beobachtet.
Das Ergebnis: Insgesamt trat in 14 Jahren bei knapp 2900 Männern ein Prostata-Ca neu auf. Bei Männern, die sehr viel Sport trieben, war die Prostata-Krebs-Rate ähnlich hoch wie bei Männern, die sich wenig oder gar nicht sportlich betätigten.
Einen Einfluss von Sport gab es offenbar nur in der Gruppe der sportlich aktiven Männer über 65 Jahre: Zwar war auch hier die Prostata-Ca-Rate gleich, aber die Rate für ein fortgeschrittenes Karzinom war um zwei Drittel geringer (Arch Intern Med 165, 2005, 1005).

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Grüner Tee erfolgreich bei Prostata-Ca

Über einen ersten Erfolg mit Catechinen aus grünem Tee bei Patienten mit einer Prostata-Krebs-Vorstufe berichten italienische Forscher. Mit den Substanzen lässt sich die Entwicklung eines Karzinoms bei fast allen Patienten verhindern.
Die Daten einer Pilotstudie mit Catechinen wurden jetzt auf einem US- Krebskongress in Anaheim in den USA vorgestellt. An der Studie nahmen 62 Patienten mit einer fortgeschrittenen intra-epithelialen Prostata-Neoplasie teil. Normalerweise entwickeln innerhalb eines Jahres ein Drittel solcher Patienten ein Prostata-Karzinom.
Von den Teilnehmern erhielten 32 Männer täglich 600 mg Catechine aus grünem Tee, 30 erhielten Placebo. Catechine sind Pflanzenstoffe, die zu den Flavonoiden gehören. Die Vorsteherdrüsen wurden nach sechs und zwölf Monaten per Biopsie untersucht. Nach einem Jahr Therapie war nur ein Mann in der Gruppe mit Catechinen an einem Prostata-Karzinom erkrankt, neun waren es dagegen in der Gruppe mit Placebo.
Die tägliche Catechin-Dosis entsprach etwa derjenigen Menge, die in zehn bis 20 Tassen grünem Tee enthalten ist oder in drei Grün-Tee-Kapseln der Fa. Euro Nutrador. Die Catechin-Mischung hierin enthält zu 50 Prozent EGCG (Epigallo-Catechingallat).

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Plädoyer für Testosteron trotz Prostatakarzinom

Das Prostata-Ca stellt keine absolute Kontraindikation für Androgene dar. Männer mit einer erfolgreichen Therapie eines Prostatakarzinoms können durchaus mit Androgenen behandelt werden. Bislang gilt ein Prostatakarzinom als absolute Kontraindikation für eine Testosteron- Therapie, das glaubt die Mehrheit der Urologen immer noch. Mehrere Studien haben ergeben, dass es keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem Serum-Testosteron-Spiegel und einem Prostatakarzinom gibt.
Eine retrospektive Analyse von 25 Studien mit insgesamt knapp 3000 Prostatakarzinom-Patienten zeigte, dass Patienten mit hohen Testosteron- Spiegel keine schlechtere Prognose hatten. In einer weiteren prospektiven Studie mit 759 Männern, von denen 111 im Untersuchungszeitraum ein Prostatakarzinom entwickelten, hatten eugonadale Männer sogar ein niedrigeres Karzinomrisiko als hypogonadale Männer, das sind Männer mit niedrigen Testosteronwerten. Denn wenn Testosteron allein für die Entstehung des Prostata-Ca verantwortlich ist, dürfte diese Gruppe weniger Prostata-Ca aufweisen und nicht mehr. Bei den jungen Männern, die hohe Testosteronwerte haben müsste das Proatatakarzinom häufiger sein und nicht seltener.
Vieles spricht für eine Androgen-Therapie hypogonadaler Männer, sobald die Karzinom-Behandlung erfolgreich abgeschlossen ist. Zumal nach der üblichen Androgen-Blockade plus Radiotherapie die Testosteron-Spiegel oft monatelang niedrig blieben. Niedrige Testosteronspiegel gehen mit einer verminderten Lebensqualität einher.
Zwei kleine Studien mit insgesamt 17 hypogonadalen Patienten nach Prostatakarzinomtherapie und bis zu zweijähriger Nachbeobachtung, zeigten auch unter Testosteronsubstitution kein Rezidiv (J Urol 173, 2005, 533).
Selbst bei Patienten mit prostatischer-intraepithelialer Neoplasie (PIN), die ein erhöhtes Prostatakarzinom-Risiko haben, ist eine Testosteron-Therapie effektiv und sicher möglich(J Urol 170 (6), 2003, 248). Wir werden auf die Hormontherapie bei Prosatakarzinom und was dabei alles zu beachten ist, in einem der nächsten Newsletter eingehen oder lesen Sie Hormontherapie bei Prostatakarzinom unter Publikationen auf unserer Webseite.

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Prävention von Prostata-Ca mit Anti-Östrogen

Mit einem neuen Anti-Östrogen gelang jetzt ein Erfolg bei der Prostatakrebs- Prävention. Ärzte behandelten 514 Männer mit einer Prostata-Ca-Vorstufe, ein Jahr mit Toremifen oder Placebo. Mit Toremifen bekamen 24 Prozent der Patienten ein Prostata-Ca, mit Placebo 31 Prozent.

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Bestrahlung der Prostata erhöht Rektum-Ca-Risiko

Männer, bei denen die Prostata wegen eines Karzinoms bestrahlt worden ist, haben ein erhöhtes Risiko, ein Rektumkarzinom zu bekommen. Im Vergleich zu Männern, die wegen Prostatakrebs operiert worden sind, ist das Risiko für das Zweitkarzinom nach Strahlentherapie fast doppelt so hoch.
Das hat eine retrospektive Studie an der Universität von Minnesota ergeben, die in der Aprilausgabe der Fachzeitschrift "Gastroenterology" veröffentlicht wird. Analysiert wurden Daten von mehr als 85 000 Patienten mit Prostatakrebs; 30500 wurden bestrahlt. Männer, die bestrahlt wurden, sollten regelmäßig auf ein Rektumkarzinom untersucht werden, beginnend fünf Jahre nach der Bestrahlung. Da man sich aber heute überlegen kann ob man sich überhaupt operieren oder bestrahlen lassen sollte, kann man solchen Komplikationen aus dem Wege gehen.

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Lässt sich mit einem Bluttest auf IGF-I das Prostatakrebs- Risiko voraussagen?

Hohe Blutspiegel des Wachstumshormons IGF-I (Insulin-like-growth-factor) erhöhen offenbar deutlich das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken. Das hat eine Analyse von Daten der Physicians" Health Study ergeben. Untersuchungen an der Harvard (Science" (Vol. 279) zeigen IGF-I nach experimentellen Befunden sowohl das Wachstum von gesunden als auch von entarteten Prostatazellen stimuliert. Eine Korrelation der IGF-I-Spiegel mit Prostatakrebs wurde genauer untersucht. Verglichen wurden die IGF-I- Spiegel bei 152 Männern, die später an Prostatakarzinom erkrankten, mit den Werten von 152 Kontrollpersonen.
Männer mit den höchsten IGF-I-Werten bekamen 4,3mal häufiger ein Prostata-Karzinom im Vergleich zu denen mit den niedrigsten IGF-I- Spiegeln. Außerdem ist bei hohen IGF-I-Spiegeln auch die Progression des Tumors am schnellsten gewesen. Allerdings sind hohe IGF-I-Spiegel nicht spezifisch mit Prostatakarzinomen assoziiert. Auch eine Korrelation bei zu hoher IGF-I-Konzentration wurde bei Frauen mit Brustkrebs gefunden.
Macht es Sinn bei Männern nach dem Wachstumshormon IGF-I zu screenen kann bisher nicht sicher beantwortet werden. Die Ergebnisse eröffnen aber eine neue Richtung in der Krebs-Forschung, denn bei Mäusen konnte man bereits zeigen, dass Substanzen, die den IGF-I-Spiegel senken, vor Prostatakrebs schützen.
Hoffnung kommt auf auch für den Menschen, denn wir wissen, dass Polyphenole aus grünem Tee Prostatakrebs vorbeugen, deshalb wird grüner Tee von uns auch häufig Männer mit erhöhten Risikoprofil empfohlen. In einem Maus-Modell konnte man zeigen dass unter grünem Tee bei den Tieren seltener Tumoren auftreten. Jetzt haben US-Forscher einen Grund dafür entdeckt: Polyphenole senken die Konzentration des Wachstumsfaktors IGF-1, der die Bildung von Tumoren begünstigt (Cancer Research 64/23, 2004).
Bei erhöhtem IGF-1 liegt bei Patienten mit Prostatakrebs ein erhöhtes Risiko vor, da der Tumor schneller wächst. Durch die regelmäßige Einnahme von Gün-Tee-Kapseln kann das Risiko und die Gefahr eines Prostatakarzinoms deutlich reduziert werden.

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Chemotherapie lässt Männer mit Prostata-Ca zwei Monate länger leben

Eine Studie, die einen Vorteil für Chemotherapie mit dem Docetaxel-Regime (Taxotere) bei hormonrefraktären Tumoren gezeigt hat wurde jetzt publiziert. Das fortgeschrittene Prostata-Karzinom ist ein gutes Beispiel dafür, dass Patienten von neuen Entwicklungen bei der Chemotherapie profitieren: Erstmals gelingt es nun mit einer Kombinationstherapie, die Lebenszeit der Patienten zu verlängern.
Sind bei Männern mit Prostata-Karzinom bereits Lymphknoten befallen oder ist der Tumor metastasiert, ist eine Hormon-Blockade bisher die wirksamste Behandlung. Doch in der Regel wird der Tumor innerhalb von zwei Jahren resistent gegen diese Hormontherapie: Dann half bisher nur eine Chemotherapie, die die Lebensqualität der Patienten verbesserte, ihre Lebenszeit aber nicht verlängerte.
Auf dem Kongress der US-Onkologen-Gesellschaft ASCO wurden im Juni nun Ergebnisse von zwei Studien vorgestellt, in der das Taxan Docetaxel (Taxotere) verwendet wurde. Das Ergebnis: Mit der Docetaxel-Kombination lebten Männer mit hormonrefraktärem Prostatakarzinom im Schnitt zwei Monate länger als mit der bisherigen Standardtherapie. Die Studiendaten sind jetzt im New England Journal of Medicine veröffentlich worden (315, 2004, S. 1488, 1502, 1513).
In der ersten Studie wurde die Kombination von Docetaxel plus Prednison mit der Standardtherapie Mitoxantron plus Prednison bei über 1000 Männern verglichen. Mit der Standardtherapie lebten die Männer im Schnitt noch 16,5 Monate, mit dem Docetaxel-Schema 18,9 Monate - ein Plus von 2,4 Monaten.
In der zweiten Studie wurde Docetaxel plus Estramustin mit der Standardtherapie Mitoxantron plus Prednison bei etwa 770 Männern verglichen. Mit der Docetaxel/Estramustin-Kombination lebten die Männer im Schnitt noch 18 Monate, mit der Standardtherapie nur 16 Monate.
Aufgrund dieser Studienergebnisse wurde Docetaxel in den USA zur Kombinationstherapie bei Männern mit androgen-unabhängigem Prostata- Karzinom bereits zugelassen - die Zulassung für die EU ist beantragt. Durch gleichzeitige Anwendung einer Ganzkörperhyperthermie zur Chemotherapie und hohen Dosen von Vitamin C lassen sich zusätzlich gute Effekte auch hinsichtlich Lebensverlängerung erzielen.

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