Blasenprobleme bei Männern
Eine überaktive Blase gibt es bei Männern genauso häufig wie bei Frauen. Bei etwa 20 Prozent der Männer über 40 Jahren ist die Blase überaktiv. Das ist für die Betroffenen äußerst lästig. Beruhigend für sie aber sollte sein, dass man dies gut und erfolgreich mit Anticholinergika behandeln kann. Nykturie, Harnträufeln, Inkontinenz: Das sind die Beschwerden, über die die Männer klagen. Meist denken Ärzte in solchen Fällen an die Prostata. Dabei können diese Symptome auch auf eine überaktive Blase als Ursache zurückzuführen sein. Dann kommt eine konservative Behandlung mit Anticholinergika infrage.
Eine anticholinerge Therapie wird Männern bisher aus Sorge vor Harnverhalt und Restharnbildung bei einer BPH meist vorenthalten. Diese übertriebene Vorsicht ist nach unseren Erfahrungen aber nicht gerechtfertigt. Wenn es keine Hinweise für obstruktive Probleme gibt, sind die Symptome am unteren Harntrakt häufig auf eine überaktive Blase zurückzuführen und die Männer sollten dann genauso behandelt werden wie Frauen.
Als günstig hat sich für das Anticholinergikum Tolterodin retard (Detrusitol® retard) erwiesen. Es hat weniger Nebenwirkungen vor allem auf die Gedächtnisfunktion als andere anticholinerg wirksame Medikamente. Vor allem in der Kombination mit einem Alfa-Blocker kann man gute Therapie-Ergebnisse erzielen. Die TIMES*-Studie hat gezeigt, dass eine Tolterodin-haltige Kombinationstherapie innerhalb von zwölf Wochen bei acht von zehn Patienten die Symptome reduziert. In dieser Studie gab es keine Probleme mit Harnverhalt und Restharnbildung.






