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Sulforaphan in Brokkoli macht resistente Tumorstammzellen in Pankreastumoren verwundbar

Brokkoli ist nicht nur reich an Mineralstoffen und Vitaminen, sondern auch an einem Wirkstoff gegen Krebsstammzellen des Bauchspeicheldüsenkrebs. Brokkoli enthält einen Stoff bzw. eine bioaktive Substanz: Das Sulforaphan, das resistente Tumorstammzellen in Pankreastumoren verwundbar macht. Dies wurde im Tierversuch gezeigt, wo keine Nebenwirkungen auftraten. Die Forschungsergebnisse sind in der aktuellen online First Ausgabe der internationalen Fachzeitschrift "GUT" veröffentlicht worden.

Rund 12.650 Menschen erkranken jährlich in Deutschland an einem Pankreaskarzinom, einem äußerst aggressiven Tumor der Bauchspeicheldrüse. Häufig wird die Erkrankung erst spät bemerkt. Nur wenige Patienten überleben die Diagnose länger als ein Jahr, es sei denn sie wurden in der Klinik St. Georg behandelt, wie wir weiter unten noch ausführlich darstellen werden.

Unter normalen Umständen breitet sich das Pankreaskarzinom aggressiv aus, setzt Absiedlungen in anderen Organen und ist gegenüber gängigen Therapien weitgehend unempfindlich. Verantwortlich dafür sind vermutlich sogenannte Krebsstammzellen, die sich sehr gut regenerieren können und daher gegen Medikamente und Bestrahlung resistent sind. Daher haben wir in der Klinik St. Georg schon lange ein integratives Therapiekonzept entwickelt, indem multimodal das Pankreaskarzinom angegangen wird und so die Ansprechraten ebenso erhöht werden konnten wie die Überlebenszeit.

In anderen Tumoren sind in der Regel weniger als drei Prozent der Krebszellen Tumorstammzellen. Das Pankreaskarzinom beherbergt dagegen 10 Prozent und mehr solcher aggressiven Zellen. Diese Zellen unterscheiden sich durch typische Oberflächenproteine. Es zeigte sich, dass der Tumor umso gefährlicher und resistenter war, je mehr Tumorstammzellen er enthielt. Selbst neuartige und bei anderen Tumoren wirksame Krebsmedikamente können nichts gegen die Tumorstammzellen in Pankreaskarzinomen ausrichten. Die Zellen schützen sich mit einem speziellen Mechanismus, dem NF-kB-Signalweg, der an der ausgeprägten Therapieresistenz des Pankreaskarzinoms beteiligt ist.

Zahlreiche natürliche Stoffe wie beispielsweise das Sulforaphan aber auch Curcumin und Quercetin können das NF-kB inaktivieren und damit das Pankreaskarzinom für eine Therapie empfänglicher machen.

Die Wirkstoffe, die genau diesen Signalweg blockieren und damit die gefährlichen Zellen verletzlich machen, liefert die Natur: Gemüse aus der Familie der Kreuzblütler wie Brokkoli, Blumenkohl, Rosenkohl oder Grünkohl haben einen hohen Gehalt an Sulforaphan, einem Wirkstoff gegen Krebs. Es schützt Körperzellen vor Schäden im Erbgut und leitet den Zelltod ein, wenn Zellen sich unkontrolliert teilen. Brokkoli hat von allen diesen Gemüsearten den höchsten Sulforaphan- Gehalt.

Versuche mit Zellkulturen, Mäusen und frisch isolierten Tumorzellen von Patienten zeigten: Sulforaphan hemmte die Blutgefäßbildung im Tumor und das Tumorwachstum, ohne dabei Nebenwirkungen zu verursachen. In Kombination mit Krebsmedikamenten und lokaler Tiefenhyperthermie verstärkte sich dieser Effekt noch.

Bereits im letzten Jahr zeigte eine groß angelegte kanadische Studie mit 1338 Patienten mit einem Prostatakarzinom, dass ein hoher Verzehr von Brokkoli und auch Blumenkohl die Patienten vor der Metastasierung des Tumors schützen kann. Mein Buch „Nährstoffe - Bausteine für ein gesundes Leben“ (Ratgeber Verlag) mag nützlich sein, wenn Sie mehr zu dem Thema Naturstoffe und Krebs erfahren möchten.

Aber nicht nur Naturstoffe wie Sulforaphan, Curcumin, Quercetin, grüner Tee, auch die von uns im integrativen Therapiekonzept verwendete Hyperthermie (lokale Tiefenhyperthermie mit dem EHY 2000) führt nicht nur zu einer Schwächung der Tumorstammzellen, sondern auch der übrigen Krebszellen. Dieses Konzept führt somit nicht nur zu einer erhöhten Ansprechrate, sondern auch zu einer Verbesserung der Lebensqualität und der allgemeinen Prognose. Im Vergleich zur den SEER Zahlen, das sind die offiziellen Überlebensraten der amerikanischen Krebsgesellschaft, leben unsere Patienten mit Pankreaskarzinom deutlich länger und besser.

Literatur:
Kallifatidis G, Rausch V, Baumann B, Apel A, Beckermann BM, Groth A, Mattern J, Li Z, Kolb A, Moldenhauer G, Altevogt P, Wirth T, Werner J, Schemmer P, Büchler MW, Salnikov AV, Herr I (2008) Sulforaphane targets pancreatic tumor-initiating cells by NF-kB- induced anti-apoptotic signaling. GUT, in press. Douwes, F.R. Therapie des fortgeschrittenen Pankreaskarzinom mit Chemo- Thermotherapie. Zeitschrift für Biologische Medizin



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