Männer, was könnt ihr für eure Prostatagesundheit tun?
Nachdem ich Ihnen gezeigt habe, dass man ein Prostatakarzinom besser und genauer mit Hilfe nicht invasiver Methoden diagnostizieren kann und das für die Behandlung des Prostatkarzinoms eine Operation und Bestrahlung nicht unbedingt notwendig sind und es andere weniger aggressive Wege gibt mit der Diagnose Prostatakrebs zu leben, möchte jetzt noch ein wenig damit zubringen, wie man seine Prostata gesund erhalten kann. Denn dringender und häufiger Toilettengang, nächtliches Erwachen wegen Blasendrucks, Hemmung bei der Blasenentleerung, ein stockender, unterbrochener Urinstrahl: Das sind die ebenso lästigen wie typischen Symptomen der "Altherrenkrankheit". Sie müssen nicht sein!
Schützen Sie Ihre Prostata durch die richtige Ernährung und die Supplementierung mit den richtigen Stoffen der Natur.
Mit einem speziellen Nährstoffkomplex aus der Natur, den ich für Sie zusammengestellt habe, kann man eventuell vorhandene Defizite ausgleichen und gezielt und ohne Nebenwirkungen selbst etwas für sich zu tun und Lebensqualität bis ins hohe Alter zu sichern oder wiederzugewinnen.
Fast 60% der Männer zwischen 40 und 60 Jahren haben eine gutartige Vergrößerung der Prostata. Die Prostata (Vorsteherdrüse) ist Teil der männlichen Geschlechtsorgane. Bei der Ejakulation liefert sie einen Teil der Samenflüssigkeit. Sie befindet sich unterhalb der Blase und ist in normalem Zustand kastaniengroß. Da die Prostata-Drüse zugleich den Anfangsteil der Harnröhre umschließt, drückt sie - bei einer krankhaften Vergrößerung - auf die Harnröhre. Dies führt zu den ebenso lästigen wie typischen Symptomen einer vergrößerten Prostata.
- dringender und häufiges Wasserlassen
- nächtliches Erwachen wegen Blasendrucks
- Hemmung bei der Blasenentleerung
- ein stockender, unterbrochener Urinstrahl
Wenn die Blase nicht mehr vollständig entleert wird also Restharn bestehen bleibt, können Krämpfe auftreten. Der zurückgebliebene Urin kann weitergehend zu Blasenentzündung, Blasensteinen und Nierenschäden führen.
Bei der krankhaften Vergrößerung der Prostata spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Beim normalen Alterungsprozess finden viele spezifische Veränderungen im Hormonhaushalt statt. Laufen diese Veränderungen nicht in einem harmonischen Gleichgewicht ab, so kann es zu einer Stoffwechselstörung kommen, wodurch es zur Zunahme bestimmter Hormone nämlich Östradiol und eines männlichen Hormons - Dihydrotestosteron - kommt. Diese beiden bringen sozusagen im Konzert die Prostata zum wachsen. Diese Hormone sind für die exzessive Vermehrung von Prostatazellen, die zur Vergrößerung der Drüse führen, verantwortlich.
Ein weiteres männliches Hormon, das Prolactin, das mit zunehmendem Alter verstärkt in der Prostata produziert wird, scheint die Bildung von Dihydrotestosteron ebenso zu begünstigen wie Östradiol. Der Prolactinspiegel in der Prostata erhöht sich durch Alkoholgenuss, aber auch durch Stress. Überhaupt ist dieser Faktor verstärkt an der Entstehung einer vergrößerten Prostata beteiligt.
Welche natürlichen Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Ich habe bereits im Oktober auf Botox A und die transurethrale Hyperthermie mit Radiofrequenzwellen hingewiesen. Hier möchte aber auf Nährstoffe und natürliche Arzneien eingehen. Es ist bekannt, dass bestimmte Mikronährstoffe einen günstigen Einfluss auf den Stoffwechsel der Prostata ausüben. Eine Schlüsselrolle spielen dabei Zink und Vitamin B 6. Diese Substanzen senken den Prolactinspiegel, der ja, wie oben erwähnt, eine übermäßige Produktion von Dihydrotestosteron (DHT) und damit die Vergrößerung der Drüse auslöst. Hierdurch kann Wachstum gestoppt und Symptome gelindert werden. Vitamin B 6 sorgt für eine bessere Aufnahme des Zinks im Körper.
Auch die Verabreichung von essentiellen Fettsäuren (z.B. Fischöl) kann einen positiven Beitrag zur Prostatagesundheit leisten, zumal die essentiellen Fettsäuren auch eine antientzündliche Wirkung entfalten können. Zwei pflanzliche Extrakte stehen seit langem im Mittelpunkt des Interesses: der Rindenextrakt des afrikanischen Pygeum-Baumes sowie die Beeren der ölige Auszug der amerikanischen Sägepalme (saw palmetto).
Pygeum
Der Pygeum (sein botanischer Name lautet: Pygeum africanum) ist ein sehr großer Baum, der in vielen Teilen Afrikas vorkommt. Die traditionelle Volksmedizin dort hatte einen Absud seiner Rinde bei der Behandlung von Genital- und Harnbeschwerden verwendet. Diese Wirkung konnte wissenschaftlich bestätigt werden. Seither wird Pygeum-Rinde hauptsächlich zur Funktionserhaltung der Prostata eingesetzt.
Saw Palmetto (Sägepalme)
Die Sägepalme (Serenoa repens) ist in Florida beheimatet. Sie trägt eine Frucht, deren Vorzüge in der Volksheilkunde ebenfalls schon lange bekannt gewesen sind. So benutzten die Indianer die Beere als Mittel gegen Impotenz, Entzündung der Prostata, mangelnden Geschlechtstrieb des Mannes und als Allzweckmittel zur Anregung der Körperfunktionen. Klinische Untersuchungen haben gezeigt, dass Sägepalme Vergrößerung der Prostata entgegenwirken kann. Es konnte nachgewiesen werden, dass sie die Bildung von Dihydrotestosteron hemmen. Dieses Hormon, ein Abkömmling des männlichen Sexualhormons Testosteron, führt zu einer übermäßige Vermehrung der Prostatazellen und verursacht dadurch die Vergrößerung der Drüse. Die Stimulation der Prostatadrüse durch Dihydrotestosteron (DHT) trägt zu ihrem Wachstum bei; wird die Funktion dieses Hormons gehemmt, führt das natürlich zu einer Verkleinerung der Prostata. Der Beerenextrakt der Sägepalme hilft also, die Ursachen der Postatavergrößerung zu verhindern; dies hat zur Folge dass auch die mit dem Leiden verbundenen lästigen Symptome verschwinden.
Die gutartige Prostatvergrößerung oder BPH vollzieht sich gewöhnlich über Jahre, bevor erste Symptome spürbar werden. Es ist deshalb sinnvoll, die genannten Nähr- und Pflanzenstoffe regelmäßig vorbeugend einzunehmen.
Die günstige Wirkung von Sägepalme-Beeren bei einer vergrößerten Prostata ist in zahlreichen klinischen Studien nachgewiesen worden. Die in den Beeren enthaltenen Wirkstoffe hemmen die Bildung von Dihydrotestosteron; diese Substanz scheint die exzessive Vermehrung der Prostata-Zellen auszulösen, die schließlich zu einer Vergrößerung der Drüse führt.
Chronische Prostataleiden, so hat sich gezeigt, sprechen gut auf eine Behandlung mit Zink an. Die Prostata enthält in gesundem Zustand etwa 10mal mehr Zink als alle anderen Organe. Bei vielen aber liegt ein Zinkmangel vor, darum ist eine Substitution sinnvoll.
Lycopen, der rote Farbstoff in Tomaten und Wassermelonen, hemmt das Wachstum vieler Arten von Krebszellen und bietet erhöhten Schutz vor den Karzinogenen im Tabakrauch und vor der UV-Strahlung im Sonnenlicht. Raucher mit niedrigem Lycopen-Spiegel erkranken viermal häufiger an Lungenkrebs als Raucher mit hohen Lycopenwerten im Blut. Die höchste Konzentration von Lycopen findet sich in der Prostata. Man weiß schon lange, dass Männer, die regelmäßig (lycopenreiche) Tomaten-Produkte verzehren, ein deutlich geringeres Risiko haben, an Prostatakrebs zu erkranken. Da die Blutlycopenwerte mit zunehmendem Alter sinken sollte man dann, wenn man nicht täglich Tomaten bzw. Ketchup isst, 10-30 mg Lycopen täglich mit den Mahlzeiten einnehmen.
Erst kürzlich führte das Ann-Karmanos-KrebsInstitut in Detroit eine Studie mit 30 Patienten durch, bei denen Prostata-Krebs festgestellt und ein chirurgischer Eingriff geplant war. Die Männer wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen geteilt. Die erste Gruppe erhielt täglich 30 mg Lycopen, die andere Gruppe ein Placebo. Nach einem Monat waren die PSA-Werte, ein Maß für die Tumor-Aktivität, bei der Lycopen-Gruppe um 20% gefallen; bei den Patienten, die das Scheinpräparat genommen hatten, waren die Werte unverändert. Die Ärzte stellten auch fest, dass sich der Krebs bei den Lycopen-Anwendern in der Prostata weniger ausgebreitet hatte. Es zeigten sich sogar schon Anzeichen von Rückbildungen sowie eine geringere Malignität.
Die beiden häufigsten Erkrankungen der Prostata, die gutartige Vergrößerung (Prostata-Adenom, BPH) und das Prostata-Karzinom sind jeweils alterassoziiert, d.h. sie werden meist erst im höheren Lebensalter klinisch manifest. Die BPH verringert zwar nicht die Lebenserwartung, führt allerdings im fortgeschrittenen Stadium zu einer spürbaren Einschränkung der Lebensqualität. Das Prostata-Karzinom dagegen als bösartige Erkrankung kann die Lebenserwartung reduzieren, wenn auch wenn wie mehrfach von mir angeführt im Einzelfall erhebliche Unterschiede im Hinblick auf die Geschwindigkeit des Fortschreitens dieses Tumors bestehen können und die wir sehr gut beeinflussen können.
Für beide Erkrankungen gibt es Unterstützung aus der Natur, die für mich nicht für die Prostata anwendbar sind, sondern Teil eines ganzheitlichen Anti-Aging-Konzeptes sein sollten.
Die Prostata (Vorsteherdrüse) befindet sich am Boden der Harnblase im unmittelbaren Abgangsbereich der Harnröhre. Im Normalfall ist die Prostata etwa kastaniengroß. Sie umgibt allseitig die Harnröhre, welche in etwa durch die Mittelachse der Prostata verläuft. Die Prostata hat die Aufgabe, ein Sekret zu produzieren, welches in die Samenflüssigkeit abgegeben wird und zum Transport der Samenzellen beiträgt.
Mit zunehmendem Lebensalter kommt es in vielen Fällen zu einer gutartigen Vergrößerung der Prostata (benigne Prostatahyperplasie BPH, Prostataadenom). Die hiermit einhergehende Gewebsvermehrung führt zu einer Einengung der Harnröhre infolge Kompression von außen. Hierdurch entwickelt sich eine mit der Zeit zunehmende Abschwächung des Harnstrahls mit nachfolgenden Blasenentleerungsstörungen und gehäuften Harnwegsinfekten. In Einzelfällen kann durch chronische Harnstauung in Harnleiter und Nierenbecken auch ein nachfolgender Nierenschaden entstehen.
Es ist belegt, dass hormonelle Veränderungen, die sich mit zunehmendem Lebensalter einstellen, eine Vergrößerung der Prostata fördern. Hieraus darf man schließen, dass eine Hormonanalyse und ein Ausbalancieren der erkannten Hormonveränderungen, Behandlungen, die auf eine Kompensation dieser Hormonveränderungen ein wichtigen Teil einer erfolgreichen Behandlung darstellen und auch nicht nur Prostatagesundheit beitragen, sondern auch zur allgemeinen.
Ähnliche Effekte wie mit Sägepalm- und lassen sich auch mit Brennesselextrakten und mit Beta-Sitosterin erreichen. Diese Substanzen führen zu einer leichten Abschwellung der Prostata und bewirken zusätzlich erniedrigend auf die Blutfettspiegel, speziell das LDL-Cholesterin aus.
Beta-Sitosterin
Derzeit sind über 40 verschiedene Phytosterine identifiziert, bedeutendster Vertreter ist das Beta-Sitosterin. Phytosterine haben eine cholesterinähnliche Struktur, deswegen vermindern sie die Cholesterinaufnahme im Darm. Moleküle mit ähnlich chemischer Struktur konkurrieren sozusagen um die Transportwege durch die Darmwand. Schätzungsweise 1 mg Beta-Sitosterin kann die Aufnahme von 1 mg Cholesterin im Darm blockieren.
Phytosterine hemmen auch die Bildung von Gallensäuren, die Bedeutung für die Entstehung des Dickdarmkrebses haben. Phytosterine senken die LDL-Werte und haben einen schützenden Effekt gegen Prostata-Ardenom und Prostata-Karzinom.
Phytosterole (Beta-Sitosterin) wirken entzündungshemmend, abschwellend und wachstumshemmend auf das Prostatagewebe.
Phytosterole sind Pflanzenstoffe mit Hormonwirkung. Sie beeinflussen das hormonelle Gleichgewicht in der Prostata und vermindern so Schwellungen und einen Gewebezuwachs. Störungen beim Wasserlassen werden dadurch verbessert.
Das Phytopharmakon Beta Sitosterin (Phytosterol) z.B. Azuprostat "Sandoz" hat eine festen Stellenwert in der konservativen Therapie der benignen Prostatahyperplasie (BPH): Es lindert wirkungsvoll die irritativen und obstruktiven Symptome in den frühen Stadien und ist das pflanzliche BPH-Therapeutikum, dem auch die deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) in ihren Leitlinien eine Wirksamkeit bestätigt.
Das Prostatakarzinom wird meist erst im höheren Lebensalter klinisch manifest. Andererseits existieren Hinweise, dass innerhalb der Prostata Karzinomzellen schon deutlich früher, z.T Jahre früher vorhanden sein können. Diese Krebszellen verhalten sich allerdings meist über lange Zeiträume stationär, d. h. sie vermehren sich nicht und wachsen noch nicht zu Tumoren aus.
Es gibt Hinweise, auf die ich in unserem Newsletter auch immer wieder hinweise, dass durch die Ernährung das Risiko des Prostata-Karzinoms (und in entsprechender Weise das Brustkrebs-Risiko bei der Frau ) wesentlich verringert werden kann. Bestimmte Pflanzenstoffe, insbesondere das in Tomaten enthaltene Lycopen und das in Soja befindliche Genistein, sowie das im Grünen Tee enthaltene Catechin und Epigallo, weiterhin Selen, welches besonders in Broccoli, Tomaten, Thunfisch, Zwiebeln und Weizen vorkommt sowie Vitamin E, zeigen hemmende (zytostatische) Effekte auf das Krebszellwachstum in der Prostata. Vitamin E allein kann das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, um etwa ein Drittel senken.
Japaner verzehren viele Soja-Gerichte, Amerikaner hingegen nicht. In Japan stehen das Prostata-Karzinom beim Mann und der Brustkrebs bei der Frau jeweils erst an zwölfter Stelle der Todesursachenstatistik; in Amerika ist das Prostata-Karzinom dagegen die zweithäufigste Todesursache bei Männern. Auch liegt die Lebenserwartung eines japanischen Mannes um mehr als fünf Jahre über der eines amerikanischen Mannes. Japaner, die bereits als Kind in Amerika aufwachsen und die dortigen Ernährungsgewohnheiten von klein auf übernehmen, unterscheiden sich hinsichtlich der vorgenannten Statistiken nicht von ihren amerikanischen Geschlechtsgenossen. Diese Daten belegen den hohen Stellenwert einer gesunden Ernährung auf die Krebsprävention.
Selen-Supplementierung vermindert das Risiko von Prostatakrebs erheblich
Selen, ein essentielles Spurenelement, wurde das erste Mal in den späten 60er Jahren mit Krebsrisiko in Verbindung gebracht, als man herausfand, dass regionales Krebsvorkommen in den USA umgekehrt proportional zum Vorkommen von Selen war. Seit dieser Zeit haben zahlreiche Studien dokumentiert, dass Selen-Supplementierung bei Tieren antitumorale Wirkung hat. Mehrere große epidemiologische Studien haben gezeigt, dass höhere Selenaufnahme oder höhere Selenblutwerte mit einem reduziertem Risiko für Darm-, Speiseröhren, Magen- und Lungenkrebs assoziiert sind. Unlängst wurde hierzu eine Doppelblindstudie, Placebo-kontrolliert mit Selensupplementierung beim Menschen veröffentlicht. Fast 1000 Männer wurden zufällig ausgewählt, um ihnen entweder eine tägliche Dosis von 200�g Selensupplement oder Placebo zu verabreichen. Die Patienten wurden durchschnittlich 4,5 Jahre behandelt, und ihre Entwicklung durchschnittlich 6.5 Jahren verfolgt.
Die Selenbehandlung war mit 63%iger Reduktion von Prostatakrebsfällen assoziiert. Es gab 13 Prostatakrebserkrankungen in der Gruppe, die mit Selen behandelt wurde, und 35 Fälle in der Placebogruppe (relatives Risiko (RR) = 0.37, P = 0.002). Reduziert man die Analyse auf die 843 Patienten, die anfänglich normale Werte des Prostata spezifischen Antigens (< 4ng/mL) aufwiesen, wurden nur 4 Fälle von Prostatakrebs in der mit Selen behandelten Gruppe diagnostiziert, während zwei Jahre nach der Behandlung es 16 Fälle in der Placebogruppe waren (RR = 0.26, P = 0.009). Wenn man die Fälle, die in den ersten zwei Jahren der Studie diagnostiziert wurden, ausschließt, ist der Behandlungseffekt noch größer (RR = 0.25).
Es zeigte sich auch ein deutlicher Präventionseffekt für Lungen-, Dick- und Mastdarmkrebs. Insgesamt bewirkte Selensupplementierung eine hoch signifikante, 39%ige Reduktion aller Krebsfälle und eine 48%ige Reduktion der Sterberate. Diese dramatischen Ergebnisse führten dazu, dass die "blinded phase" der Untersuchung frühzeitig beendet wurde. Ich hatte das Vergnügen den Autor Prof. Clark persönlich zu kennen und viele interessant Gespräche mit ihm in meiner Klinik zu führen.
In vielen europäischen Ländern (einschließlich Deutschland, Schweiz, Finnland und UK) beträgt die durchschnittliche Selenzufuhr nur 30-60 mcg / Tag, viel weniger als die 200 mcg Dosis, die der Studie von Clark et al. verwendet wurde. Lancet veröffentlichte kürzlich einen Kommentar von Dr. Giovannucci von der Harvard School of Public Health, in dem er die Bedeutung einer erhöhten Selenzufuhr der Bevölkerung als ein Hauptziel der Vorsorge für die Volksgesundheit betonte. Die Studie liefert gute Beweise dafür, dass die Anstrengungen um die Erhöhung der Selenzufuhr einen beträchtlichen Einfluss auf das Vorkommen von Prostatakrebs haben können. Aufgrund der Resultate der Untersuchungen von Clark et al. kann angenommen werden, dass eine Schutzwirkung schnell erreicht werden kann (innerhalb von 3 Jahren).
(From: Clark LC, Dalkin B, Krongrad A et al. Decreased incidence of prostate cancer with selenium supplementation: results of a double-blind cancer prevention trial. Br J Urol 81 (1998) 730.)
US-Forscher haben in Laborversuchen herausgefunden, auf welche Weise Vitamin E Prostata-Krebs unterdrückt. Es konnte gezeigt werden, dass Vitamin E die Bildung einer Andockstelle für männliche Geschlechtshormone in den Krebszellen hemmt. Da dieser \"Androgen-Rezeptor\" für das Fortschreiten der Erkrankung notwendig ist, wird so das weitere Wachstum der Zellen gestoppt (Proceedings of the National Academy of Sciences\" (\"PNAS\", Bd. 99, S. 7408). Die Studie zeigte auch das Vitamin E das Wachstum der entarteten Zellen besser unterdrückt als der häufig gegen Prostata-Krebs eingesetzte Wirkstoff Flutamid, ein Antiandrogen. Die besten Ergebnisse wurden erzielt, wenn sie die Zellen mit beiden Substanzen gleichzeitig behandelt wurden. Bisher haben sie die Wirkung des Vitamin E nur in Zellkulturen im Labor untersucht. Sie gehen allerdings davon aus, dass Vitamin E eine sinnvolle Ergänzung zur frühzeitigen Behandlung von Prostata-Krebs sein könnte, was ja auch aus finnischen Studien deutlich geworden ist (Hanonen et al.).
An den Androgen-Rezeptor docken Testosteron aber auch andere Hormone an und sog. Xenohormone (Umweltgifte mit hormonähnlicher Wirkung) und aktivieren ihn. Da dadurch besonders in der Frühphase der Erkrankung das Tumorwachstum gefördert wird, ist die Blockierung des Rezeptors eine attraktive Behandlungsmöglichkeit.
Untersuchungen von Krebspatienten hatten bereits zuvor gezeigt, dass Vitamin E das Prostata-Krebsrisiko verringern kann. Der Mechanismus dieser Schutzwirkung war bisher jedoch unklar, man vermutete auch eine antioxidative Wirkung. Das Prostatakarzinom ist mit jährlich etwa 30.000 neuen Fällen die zweithäufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland. Jedes Jahr sterben rund 12.000 Männer daran.
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Ihr
Dr. Friedrich Douwes






