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Plädoyer für Testosteron trotz Prostatakarzinom

Das Prostata-Ca stellt keine absolute Kontraindikation für Androgene dar.

Männer mit einer erfolgreichen Therapie eines Prostatakarzinoms können durchaus mit Androgenen behandelt werden. Bislang gilt ein Prostatakarzinom als absolute Kontraindikation für eine Testosteron-Therapie, das glaubt die Mehrheit der Urologen immer noch. Wir haben aber mehrfach darauf hingewiesen, dass es das Östrogen und das DHT sind, die viel gefährlicher für die Promotion des Prostata-Ca. sind.

Mehrere Studien haben ergeben, dass es keinen eindeutigen Zusammenhang gibt zwischen dem Serum-Testosteron-Spiegel und einem Prostatakarzinom gibt.
Eine retrospektive Analyse von 25 Studien mit insgesamt knapp 3000 Prostatakarzinom-Patienten, zeigte, dass Patienten mit hohem Testosteron-Spiegel keine schlechtere Prognose hatten. In einer weiteren prospektiven Studie mit 759 Männern, von denen 111 im Untersuchungszeitraum ein Prostatakarzinom entwickelten, hatten eugonadale Männer sogar ein niedrigeres Karzinomrisiko als hypogonadale Männer, das sind Männer mit niedrigen Testosteronwerten. Denn wenn Testosteron allein für die Entstehung des Prostata-Ca. verantwortlich wäre, müsste diese Gruppe weniger Prostata-Ca. aufweisen und nicht mehr. Auch bei den jungen Männern, die hohe Testosteronwerte haben, müsste das Prostatakarzinom häufiger sein und nicht seltener. Vieles spricht für eine Androgen-Therapie hypogonadaler Männer, sobald die Karzinom-Behandlung erfolgreich abgeschlossen ist. Zumal nach der üblichen Androgen-Blockade plus Radiotherapie die Testosteron-Spiegel oft monatelang niedrig blieben. Niedrige Testosteronspiegel gehen mit einer verminderten Lebensqualität einher.
Zwei kleine Studien mit insgesamt 17 hypogonadalen Patienten nach Prostatakarzinomtherapie und bis zu zweijähriger Nachbeobachtung, zeigten auch unter Testosteronsubstitution kein Rezidiv (J Urol 173, 2005, 533).
Selbst bei Patienten mit prostatischer-intraepithelialer Neoplasie (PIN), die ein erhöhtes Prostatakarzinom-Risiko haben, ist eine Testosteron-Therapie effektiv und sicher möglich. (J Urol 170 (6), 2003, 248) . Aber es gibt noch ganz andere Aspekte, die für die breitere Verwendung von Testosteron sprechen.

Testosteron: das freundliche Hormon

Die Behandlung mit Testosteron bei Männern mit Testosteronmangel, erektiler Dysfunktion, Diabetes und kardiovaskulären Erkrankungen erleichtern nicht die nur jeweilig typischen Symptome des Hypogonadismus, sondern haben auch andere Wirkungen, die sich positiv auf die Symptomatologie der jeweiligen Erkrankung positiv auswirken.
Untersuchungen zeigen, dass die Behandlung mit Testosteron sehr viel versprechend sind und die Erkrankungshäufigkeit und Mortalitätsraten bei Diabetes und Herz-Kreislauf-Errankungen deutlich senken kann (European Urology Supplements 2007;6:847-57). Testosteron verbessert bei Diabetikern die Insulinempfindlichkeit, reduziert das Bauchfett und das Gesamtcholesterin (Eur. J. Endocrinol. 2006;154:899-906). Testosteron verbessert die Potenz (J. Urol. 2005;173:530-2) und bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht Testosteron die Vasodilatation besonders in den Herzkranzgefäßen (Circulation 2000;102:1906-11). Testosteron ist ein wichtiges Hormon und für die Gesundheit und Vitalität des Mannes unerlässlich. Ich werde in der nächsten Zeit viel über Testosteron berichten und wie es auch bei Prostata Patienten eingesetzt werden kann. Wir werden auf die Hormontherapie bei Prostatakarzinom und was dabei alles zu beachten ist, in einem der nächsten Newsletter eingehen oder lesen Sie "Hormontherapie bei Prostatakarzinom" unter "Publikationen" auf dieser Webseite.



 

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