Hormon-Analogon plus Antiandrogen bessern Prognose bei Prostatakrebs
Kombination mit Goserelin und Bicalutamid mindert Remissions-Risiko über Jahre
Ein kompletter Androgenentzug ist bei Männern mit weit fortgeschrittenem Prostatakarzinom wirksamer als die alleinige medikamentöse Kastration. Denn damit werden auch die von der Nebenniere produzierten Geschlechtshormone blockiert.
Durch eine medikamentöse Kastration sinkt der Testosteronspiegel im Vergleich zum Ausgangswert nur um 90 Prozent. Die restlichen Androgene werden von den Nebennieren gebildet und können das Wachstum von besonders hormonempfindlichen Prostata-Ca-Zellen fördern.
Um das zu verhindern, sollten Patienten mit metastasiertem Prostatakrebs zusätzlich ein Antiandrogen erhalten. Eine sofortige Kombitherapie mit dem nichtsteroidalen Antiandrogen Bicalutamid (Casodex®) senkt die krankheitsbedingte Sterberate bei Prostatakrebs um 20 Prozent im Vergleich zu einer Monotherapie mit einem das Testosteron senkendem Medikament. Kombination mit Goserelin und Bicalutamid mindert Remissions-Risiko über Jahre.
Für steroidale Antiandrogene ist ein solcher Vorteil nicht belegt. Einfach und besonders verträglich ist die kombinierte Behandlung mit dem GnRH-(Gonadotropine-Releasing Hormon) Analogon Goserelin (Zoladex®) und Bicalutamid. Eine Kombination, die wir seit mehr als 10 Jahren in Kombination mit transurethraler Thermotherapie einsetzen.
Die Kombination aus medikamentöser Kastration und zusätzlichem Androgenentzug - als maximale Androgenblockade bezeichnet - sollte auch Patienten mit Fernmetastasen frühzeitig angeboten werden, also schon bevor Schmerzen auftreten. Dann erreichen wir damit eine signifikante Lebensverlängerung.
Das Antiandrogen Bicalutamid wird derzeit auch als adjuvante oder alleinige Therapie bei Männern mit lokal fortgeschrittenem Prostatakarzinom im EPC-Programm (Early Prostate Cancer) geprüft. Mit Bicalutamid wird das Progressions-Risiko über eine Beobachtungszeit von jetzt mehr als sieben Jahren signifikant im Vergleich zu Placebo gesenk: Noch besser sind die Ergebnisse, wenn zu Anfang der Therapie die transurethrale Thermotherapie eingesetzt wird. Dann braucht man diese Therapie nur 6 bis 12 Monate durchführen, was für die Betroffenen ein großer Vorteil ist. Die Androgenproduktion kommt danach wieder in die Gänge kommt, was sich sehr vorteilhaft auf das Befinden und die Lebensqualität der Patienten auswirkt.






